Eine Fee des Ardenwalds
Weidenblüte war eine Fee im Ardenwald. Feen gehören zum Nachtfaepakt und kümmern sich um die Naturgeister, Geschichten und Träume des Reiches. Über Weidenblütes Leben vor ihrem ersten bekannten Auftreten ist nichts Sicheres überliefert. Weder eine Herkunftswelt noch eine besondere Stellung am Hof der Winterkönigin wird genannt.
Ihre kurzen Begegnungen zeigen sie als offen und verspielt. Sie begrüßte andere als Freunde und hatte nach eigener Aussage immer Zeit für sie. Zugleich plante sie einen Streich gegen Lady Mondbeere, weil beide einander regelmäßig neckten. Weidenblüte suchte nach einem Weg hinter die Bühne des Amphitheaters, um ihre nächste Überraschung vorzubereiten.
Mehr als eine heitere Nebenfigur
Die Scherze ordnen Weidenblüte in die Kultur der Nachtfae ein, in der Theater, Verwandlung und ausgelassene Spiele neben der ernsten Pflege sterbender Naturgeister bestehen. Ihre Fröhlichkeit bedeutet nicht, dass sie die Krise des Ardenwalds ignorierte. Sie bezeichnete die Vorgänge im Reich selbst als schrecklich.
Die Animadürre zwang die Winterkönigin und ihre Diener zu schmerzhaften Entscheidungen. Ohne genügend Anima konnten nicht alle Haine und Wildsamen erhalten werden. Weidenblütes spätere Tat gehört in diesen größeren Notstand, doch die Quellen machen sie nicht rückwirkend zur Anführerin oder wichtigen Beraterin des Paktes. Sie blieb eine einzelne Fee, die eine außergewöhnliche Entscheidung traf.
Das zerbrochene Wappen des Aufstiegs
In Bastion diente das Wappen des Aufstiegs dazu, aus geprüften Aspiranten aufgestiegene Kyrianer zu machen. Diese geflügelten Seelen übernahmen heilige Aufgaben, darunter den Transport Verstorbener zur Beurteilung nach Oribos. Devos zerstörte das Wappen während des Aufstands der Verschmähten und nahm Bastion damit eine entscheidende Einrichtung.
Der Schmiedemeister Mikanikos baute ein neues Wappen. Seine Konstruktion allein genügte jedoch nicht. Mächtige Bestandteile aus mehreren Reichen der Schattenlande sollten die Anlage stärken: das Herz eines Fleischformers aus Maldraxxus, das Siegel der Reue aus Revendreth und ein Gefäß des Ardenwalds aus dem Reich der Winterkönigin.
Weidenblütes Opfer
Weidenblüte opferte sich, um dieses Gefäß des Ardenwalds zu werden. Die überlieferten Angaben sind knapp und nennen keine lange Abschiedsrede. Deshalb lässt sich weder behaupten, sie sei dazu gezwungen worden, noch darf das Opfer zu einem bloßen technischen Material herabgesetzt werden. Die Quelle bezeichnet ihre Entscheidung ausdrücklich als Selbstopfer.
Ihre Anima wurde verwendet, um das wiedererrichtete Wappen zu ermächtigen. Dadurch half eine kleine Fee aus einem anderen Reich, Bastions Fähigkeit zur Erhebung neuer Kyrianer wiederherzustellen. Der Vorgang zeigt die Zusammenarbeit der Pakte: Die Verteidigung der Schattenlande konnte nicht mehr gelingen, wenn jedes Reich seine Kraft ausschließlich für sich behielt.
Was das Gefäß bewirkte
Das neue Wappen sollte stärkere Aufgestiegene hervorbringen und Bastion gegen die wachsende Zahl der Verschmähten sichern. Weidenblütes Beitrag war nur einer von mehreren Bestandteilen, aber ohne die Kräfte aller beteiligten Reiche wäre die Anlage unvollständig geblieben. Ihr Opfer wirkte somit nicht allein als Symbol, sondern innerhalb eines konkreten Wiederaufbaus.
Die Quellen sagen nicht, dass Weidenblüte nach der Umwandlung als eigenständige Seele weiter mit anderen sprechen konnte. Ein Gefäß des Ardenwalds ist daher nicht automatisch eine neue Körperform mit unverändertem Bewusstsein. Der Eintrag hält sich an die nachgewiesene Folge: Sie opferte sich, wurde zum Gefäß und stärkte damit das Wappen.
Ein kleines Leben mit großer Wirkung
Weidenblütes Geschichte ist kurz. Sie nahm nicht an einer langen Reihe von Schlachten teil und erhielt keinen Rang unter den großen Unvergänglichen. Gerade der Gegensatz zwischen ihren freundlichen Scherzen und dem endgültigen Opfer macht ihre wenigen Auftritte bedeutsam.
Die Erzählung der Schattenlande handelt häufig von Seelen als Anima, Vorrat oder Währung. Weidenblüte erinnert daran, dass hinter einer solchen Ressource eine Person stehen kann, die Freunde begrüßte und einen nächsten Streich plante. Das neue Wappen des Aufstiegs wurde nicht nur aus seltenen Gegenständen gebaut. Ein Teil seiner Kraft stammt aus einer Fee, die ihre eigene Zukunft für die Verteidigung eines fremden Reiches aufgab.