Der Weg nach Der Schrein des Sturms
Der Schrein des Sturms war das geistliche Herz der kul tiranischen Gezeitenweisen. Dort lernten sie, Meer und Wind zu hören, Schiffsrümpfe zu segnen und die Flotte sicher über gefährliche Gewässer zu führen. Als Lord Sturmsang Azsharas Flüstern folgte, wurden dieselben Rituale zu Fesseln für die Schiffe, die sie einst schützen sollten. In Vol'zith der Flüsterer nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Ein offener Angriff auf den Schrein hätte Kul Tiras alarmiert. Azshara wählte einen langsameren Weg. Vol'zith sollte den Gezeitenweisen zuflüstern und jenen Macht versprechen, die bereit waren zuzuhören. Der Orden musste seine Sprache nicht aufgeben. Das Wesen setzte sich zwischen Gebet und Antwort, bis jeder neue Segen wie eine Bestätigung der Stimme wirkte, die ihn in Wahrheit verdrehte.
Colms Zorn auf Boralus machte ihn empfänglich. Vol'zith musste seine Beschwerden nicht erfinden, sondern nur jede versöhnliche Möglichkeit ausblenden. Aus berechtigter Kritik wurde Gewissheit, dass nur Azsharas Macht das Tal retten könne. Andere Gezeitenweise folgten ihrem Herrn und hörten bald dasselbe Versprechen. So verbreitete sich die Verderbnis entlang vorhandener Loyalität, ohne dass jeder Diener die Königin der Naga je gesehen haben musste.
Das Wesen wohnt im Atem
Vol'zith behauptete, in den Lungen seiner Gegner zu leben. Die Drohung passte zu einem Feind, der nicht an der Hautgrenze endete. Wasser, Luft und geflüsterte Worte drangen in den Körper ein. Wer im Schrein atmete, konnte sich der Umgebung nicht vollständig entziehen. Der Kampf gegen Vol'zith war deshalb ein Kampf darum, die eigene innere Stimme noch von dem zu unterscheiden, was die Tiefe durch sie sagen wollte.
Das Flüstern der Macht verstärkte Angriffe und Heilung, verringerte jedoch fortwährend die Lebenskraft des Empfängers. Jede Annahme machte den nächsten Erfolg größer und den Körper dahinter zerbrechlicher. Vol'zith bot damit in einem einzigen Zauber dieselbe Abmachung an, mit der der Orden gefallen war: unmittelbare Wirksamkeit gegen einen Preis, der erst dann vollständig sichtbar wurde, wenn Rückkehr kaum noch möglich schien.
Der Griff der versunkenen Stadt
Das Wesen zog seine Gegner in eine dunkle Tiefe und trennte sie voneinander. Dort warteten vergessene und versunkene Bewohner, während an der Oberfläche neue Gefahren entstanden. Jede Gruppe musste ihre eigene Prüfung bestehen, bevor alle wieder gemeinsam kämpfen konnten. Vol'zith machte Isolation zum Beweis für seine Lüge: Allein klang sein Flüstern wie die einzige Orientierung, bis Gefährten aus ihrer eigenen Dunkelheit zurückkehrten.
Vol'zith sprach von Wurzeln der Dunkelheit, wachsender Seuche und einer geöffneten Tür. Der Schrein war damit nicht das Endziel. Seine Verderbnis bereitete weitere Wege für Azshara und N'Zoth vor. Selbst ein gereinigter Orden konnte nicht ungeschehen machen, dass die Tiefe Kul Tiras' Rituale, Flotte und politische Wunden nun genau kannte. Der spätere Krieg in Nazjatar war hier bereits als Flüstern anwesend.
Azshara antwortet auf den Tod ihres Dieners
Als Vol'zith fiel, kündigte es an, in der Dunkelheit zu warten. Dann sprach Azshara selbst und verspottete die Vorstellung, ihr Wille könne aufgehalten werden. Bruder Pike spürte dennoch, wie die dunkle Präsenz aus dem Schrein wich. Der Sieg war begrenzt, aber wirklich. Die Gezeitenweisen erhielten die Möglichkeit zurück, das Meer zu hören, ohne dass jede Antwort zuvor durch den Mund eines Wesens ging, das ihre Sehnsucht nach Macht kannte.