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Taelloch
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Taelloch

Taelloch war eine der wichtigsten Bergbaustädte der Schallenden Tiefen. Als Erzlieferungen ausblieben und Vorarbeiterin Kol Brunkrag verschwand, führte die Suche nach ihr zu Skardyn, dem geheimen Verrat des Hohen Sprechers Eirich und dem rätselhaften Läuten unter Khaz Algar.

Eine Stadt, die vom Erz lebte

Im Südosten der Schallenden Tiefen liegt Taelloch dort, wo sich Stollen, Förderwege und Wohnräume zu einer ganzen Bergbaustadt verbinden. Für die Irdenen war der Ort kein abgelegener Schacht. Taelloch gehörte zu den großen Erzlieferanten Khaz Algars. Was hier aus dem Fels gebrochen wurde, wanderte weiter zu Werkstätten, Maschinenhallen und Baustellen. Solange Loren rollten und Schichten einander ablösten, wirkte die Stadt wie ein verlässlicher Teil jener Ordnung, in der jeder Irdene eine Aufgabe kannte und jede Lieferung ihren vorgesehenen Weg nahm.

Die Bewohner hielten ihre Arbeit auch mit kleinen Gewohnheiten zusammen. Mit Kreidetafeln wurden Anweisungen, Warnungen und Beobachtungen festgehalten. Solche Tafeln waren unscheinbar, aber in einer Mine konnten wenige Worte Leben retten: ein instabiler Gang, eine ausgefallene Maschine, eine Änderung der Route. Später sollten gerade diese Aufzeichnungen zeigen, dass Taellochs Unglück nicht plötzlich aus dem Nichts kam. Die Stadt hatte Zeichen hinterlassen. Nur verstand zunächst niemand, was sie bedeuteten.

Die Lieferungen brechen ab

Als die Erzlieferungen aus Taelloch ausblieben, wurde aus einem örtlichen Problem rasch eine Gefahr für die gesamten Schallenden Tiefen. Ebenso beunruhigend war das Verschwinden der Vorarbeiterin Kol Brunkrag. Sie hatte den Betrieb geleitet und galt als jemand, der Verantwortung nicht leichtfertig auf andere abwälzte. Dass weder sie noch eine klare Nachricht aus der Stadt kamen, ließ vermuten, dass mehr geschehen war als ein Unfall oder ein gewöhnlicher Einsturz.

Magni Bronzebart und sein Enkel Dagran Thaurissan II gingen der Sache nach. Für Dagran war die Reise mehr als eine Untersuchung. Er wollte die Irdenen und ihre titanische Vergangenheit nicht nur aus Archiven kennenlernen, sondern sehen, wie diese Gesellschaft tatsächlich lebte. In Taelloch begegnete er jedoch keiner geordneten Bergbaustadt mehr. Verlassene Arbeitsplätze, verstörte Überlebende und Spuren einer Veränderung führten tiefer in die Mine. Die Kreidetafeln ergaben nach und nach ein Bild: Brunkrag hatte sich heimlich mit dem Hohen Sprecher Eirich getroffen, dem wichtigsten religiösen und politischen Führer der Irdenen.

Kol Brunkrags Verwandlung

Eirich hatte Brunkrag nicht um Hilfe gebeten, sondern sie für seine Pläne benutzt. Unter Taelloch wirkte dieselbe dunkle Veränderung, aus der die Skardyn hervorgingen: Irdene, deren steinerne Körper und Gedanken durch verderbliche Kräfte entstellt wurden. Brunkrag erkannte, was mit ihr geschah. Sie versuchte noch, die Stadt zu schützen, zog sich in eine Höhle zurück und ließ den Zugang versiegeln. Doch die Verwandlung blieb nicht auf ihren Körper begrenzt. Ihr Einfluss drang nach außen, erreichte Bergleute und Bewohner und machte aus einer ganzen Arbeitsgemeinschaft ein verseuchtes Gefängnis.

Als Magni und Dagran sie fanden, war von der früheren Vorarbeiterin nur noch ein Rest übrig. Die Begegnung endete im Kampf. Brunkrag konnte nicht gerettet werden, und ihr Tod löste das Rätsel nicht sofort. Erst ein Erinnerungskristall bewahrte genug von ihrem Erleben, um Eirichs Rolle sichtbar zu machen. Der Hohe Sprecher, der öffentlich die Ordnung der Irdenen vertreten hatte, arbeitete selbst mit jener Macht, die seine Leute in Skardyn verwandelte. Taellochs Schweigen war keine Naturkatastrophe gewesen. Es war die Folge eines bewusst verborgenen Verrats.

Das Läuten unter der Erde

Über Taellochs Stollen lag außerdem das Rätsel des Läutens. Irdene in den Schallenden Tiefen hörten einen Ruf, der nicht aus Glocken oder Maschinen zu stammen schien. Einige verstanden ihn als Warnung, andere als Befehl. Eirich nutzte die Ungewissheit, während er zugleich jene beseitigte oder veränderte, die seinen Absichten gefährlich werden konnten. Brunkrags Geschichte zeigte, wie leicht religiöse Autorität, technische Abhängigkeit und Angst vor dem Unbekannten ineinandergreifen konnten.

Nach der Untersuchung war Taelloch nicht einfach wieder die alte Erzstadt. Zu viele Bewohner waren verloren, zu viele Stollen verseucht und das Vertrauen in Eirich erschüttert. Für Dagran wurde der Ort zu einer Lektion über Geschichte, die nicht in Denkmälern ruht. Titanische Anlagen und alte Ämter konnten Sicherheit schaffen, doch sie schützten niemanden vor Verrat innerhalb der eigenen Ordnung. Taelloch blieb als verwundete Stadt zurück und als einer der ersten Orte, an denen Eirichs geheime Schuld nicht mehr verborgen werden konnte.