Ehre und StärkeBlackmoore
Sjonnir der Eisenformer
Bosse

Sjonnir der Eisenformer

Sjonnir war Lokens treuer Meister der Schmiede des Willens. Er verachtete fleischliche Wesen als schwach und formte Eisenkonstrukte für ein Heer, das keinen Zweifel kennen sollte. In den Hallen des Steins verteidigte er nicht nur eine Werkstatt, sondern die Vorstellung, ein Körper aus Metall gebe seinem Träger auch moralische Überlegenheit.

Der Weg nach Hallen des Steins

Die Hallen des Steins waren Werkstatt, Archiv und Gedächtniskammer der Titanengeschmiedeten. Hier arbeitete die Schmiede des Willens, hier sollte das Tribunal der Zeitalter die Vergangenheit bewahren, und hier ließ Loken aus Wahrheit Propaganda und aus Schöpfung eine Armee machen. Brann Bronzebarts Suche nach den Ursprüngen der Zwerge führte deshalb nicht in ein stilles Museum, sondern mitten in eine Anlage, die ihren eigenen Zweck verraten hatte. In Sjonnir der Eisenformer erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Sjonnir leitete eine Anlage, deren Name älter war als Lokens Verrat. Die Schmiede des Willens hatte einst an der Erschaffung titanengeschmiedeten Lebens mitgewirkt. Unter Sjonnirs Händen wurde dieser schöpferische Zweck verengt. Aus der Möglichkeit, Wächter für Azeroth zu formen, wurde die Produktion von Soldaten für den Mann, der Azeroths Wächter gegeneinander ausgespielt hatte.

Nicht alle Konstrukte folgten Loken freiwillig. Sjonnir brauchte keinen Zwang. Er betrachtete die neue Aufgabe als Gelegenheit, seine Kunst von jeder Rücksicht zu lösen. Das Kompendium beschreibt ihn als eifrig: Wo andere noch an den ursprünglichen Auftrag der Titanen erinnerten, sah der Eisenformer nur die Chance, eine überlegene Generation gehorsamer Körper zu schaffen.

Verachtung für das Fleisch

Für Sjonnir waren Irdene, Zwerge und andere Wesen aus Fleisch zerbrechliche Fehlentwicklungen. Ihre Sterblichkeit galt ihm als Beweis mangelnden Wertes. Als die Zwergin Mina Sturmschmied ihn Jahrhunderte zuvor bat, ihren verstorbenen Bruder neu zu formen, antwortete er nicht mit Mitgefühl. Er ließ sie angreifen, weil bereits ihr fleischlicher Körper sie in seinen Augen unwürdig machte.

Während des Kampfes öffnete die Schmiede immer neue Wege. Eisenhafte Troggs, Zwerge und Vrykul strömten hervor, später kroch giftiger Schlamm zwischen ihnen. Sjonnir kämpfte damit nie nur als Einzelner. Jeder Augenblick gab seiner Werkstatt Zeit, noch einen Körper herzustellen und seine Behauptung von der Überlegenheit des Eisens in die Halle zu schicken.

Der Eisenformer führte Kettenblitze durch dicht stehende Gegner, schützte sich mit elektrischer Energie und ließ den Boden von Entladungen zittern. Metall war für ihn nicht bloß Panzerung. Es war Leiter, Werkzeug und sichtbares Glaubensbekenntnis. Die Kraft, die seine Konstrukte belebte, wurde in seiner Nähe zur Waffe gegen jedes weichere Leben.

Der Fleischformer in sterblicher Hand

Sjonnir fiel durch Wesen, die er für schwach hielt. Seine Klinge, der Fleischformer, gelangte ausgerechnet in ihre Hände. Darin lag eine stille Widerlegung seiner Lehre: Material entscheidet nicht allein über Wert oder Stärke. Die Schmiede konnte unzählige Körper erzeugen, doch sie konnte ihnen keinen besseren Grund zum Kämpfen geben als den Willen des Verräters, dem Sjonnir sich begeistert unterworfen hatte.