Der Weg nach Tempel von Atal'Hakkar
Der Tempel von Atal'Hakkar sank in den Sümpfen des Elends, doch das Wasser begrub weder den Glauben der Atal'ai noch ihren Plan. In den versunkenen Hallen bewahrten untote Priester, Geister und Wächter die Rituale für Hakkars Rückkehr. Yseras grüner Drachenschwarm sollte das Heiligtum überwachen, geriet aber selbst in den Einfluss des Smaragdgrünen Alptraums. So wurde der Tempel zu einem Ort, an dem zwei Formen der Verderbnis einander nicht aufhoben, sondern gegenseitig tiefer in die Welt zogen. In Ogom der Elende erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Ogom stand unmittelbar an Jammal'ans Seite. Seine Stellung war persönlicher als die Wache der sechs Atal'ai auf den Balkonen. Wenn der Prophet sprach, blieb der Elende als Körper zwischen ihm und jedem Zweifel. Dass dieser Leib längst untot war, verlieh dem Versprechen atal'aiischer Unsterblichkeit eine düstere Anschauung: Jammal'an konnte Leben nach dem Tod zeigen, aber keine Freiheit vom Verfall.
Treue oder gebundener Wille
Über Ogoms Leben vor dem Tod und die Art seiner Bindung ist wenig erhalten. Er könnte dem Propheten aus fanatischer Treue gefolgt sein oder nach dem Tod kaum noch eine Wahl besessen haben. Der Tempel lässt beides möglich erscheinen. Sein Dienst blieb jedenfalls bestehen, während viele Generationen außerhalb der versunkenen Mauern vergingen.
Ogom belegte Angreifer mit einem Fluch, der ihre körperliche Kraft minderte, und ließ Schatten langsam durch ihre Körper arbeiten. Seine Aufgabe war nicht, den großen Plan selbst zu erklären. Er sollte Zeit gewinnen, die stärksten Gegner schwächen und jeden treffen, der sich auf Jammal'ans Worte oder Zauber konzentrierte. Prophet und Wächter ergänzten einander wie Stimme und Faust.
Das Versprechen an einem Leichnam geprüft
Mit Ogoms Fall verlor Jammal'an seinen engsten Schutz. Zugleich zerbrach ein sichtbares Argument des Kultes. Der Prophet versprach, Hakkar werde die Atal'ai unsterblich machen; neben ihm hatte ein Toter gestanden, dessen Beiname Elender lautete. Ogom bewies, dass Fortdauer möglich war. Er bewies ebenso, dass ein Körper weiterbestehen kann, ohne dass darin irgendein Sieg über Tod und Leiden liegt.