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Nadjia die Nebelklinge
Charakter

Nadjia die Nebelklinge

Nadjia die Nebelklinge ist eine Venthyr-Duellantin, die zu Lebzeiten als Vicomtesse Eak'le von Asquiron schwere Sünden beging. Im Schlickmoor aus einem Käfig befreit, schloss sie sich Prinz Renathals Widerstand an. Später befehligte sie die Wachen von Sinfall und verband ihre Seele mit einem Mitglied des Venthyrpakts.

Eine Sünderin in Revendreth

Nadjia ist eine Venthyr, also eine Seele, die nach ihrer Läuterung selbst Teil Revendreths wurde. Im sterblichen Leben hieß sie Vicomtesse Eak'le von Asquiron und stand an der Spitze des Ordens der Klingen. Ihr Sündenstein bezeichnet ihre Taten als abscheulich, liefert aber keine vollständige Liste ihrer Verbrechen.

Revendreth sollte hochmütige und schwer belastete Seelen durch die Auseinandersetzung mit ihren Sünden auf eine neue Zukunft vorbereiten. Nadjias heutige Kampflust darf daher nicht als Beweis gelesen werden, sie sei zu Lebzeiten lediglich eine harmlose Duellantin gewesen. Sicher sind ihr früherer Titel, das harte Urteil des Sündensteins und ihre spätere Existenz als Venthyr.

Der Käfig im Schlickmoor

Der Schlundgänger begegnete Nadjia in einem Käfig aus geweihtem Eisen im Schlickmoor. Jemand hatte sie in eine Falle gelockt, weil sie sich nach eigener Einschätzung nicht im Voraus bezahlen ließ. Statt um Mitleid zu bitten, stellte sie sich als beste Duellantin vor, die je ein Schwert geführt habe.

Sie bot ihre Klinge an, solange der Fremde interessant genug blieb. Nach ihrer Befreiung verlangte sie unmittelbar nach Kampf und begleitete den Schlundgänger gegen Verschlinger und andere Wesen im Moor. Die gemeinsame Gewalt begeisterte sie; zugleich kündigte sie an, später die Person zu suchen, die sie eingesperrt hatte. Die Quellen erzählen nicht, ob diese Rechnung je abschließend beglichen wurde.

An Prinz Renathals Seite

Revendreth wurde von Sire Denathrius beherrscht, der Anima in den Schlund leitete und sein Reich während der Dürre ausbluten ließ. Prinz Renathal führte den Widerstand gegen ihn. Nadjia schloss sich dieser Rebellion an und fand in Sinfall, der Zuflucht des Prinzen, eine neue Aufgabe.

Sie übernahm die Aufsicht über die Wachen von Sinfall und später auch des Gluthofs. Ihre Stellung beruhte nicht nur auf großspurigen Behauptungen. Nadjia konnte Angriffe von Schlundgebundenen scheinbar mühelos parieren und dabei ungezwungen weitersprechen. Aus der gefangenen Einzelkämpferin wurde eine Verantwortliche für die Sicherheit einer ganzen Widerstandsbasis.

Ein freiwilliges Seelenband

Mitglieder des Venthyrpakts konnten Nadjia nach weiteren gemeinsamen Aufgaben als Seelenband wählen. Bei dieser alten Praxis verbinden zwei Beteiligte ihre Seelen und teilen einen Teil ihrer Kräfte. Sie ist keine Versklavung und löscht die Persönlichkeit keiner Seite aus. Nadjia blieb eine eigenwillige Duellantin, während der Partner von ihrer Schnelligkeit und Kampfeuphorie profitierte.

Ihre Fähigkeiten entsprachen ihrem Charakter: Sie trat durch Schatten, verwirrte Gegner am Zielort und steigerte sich im Kampf in immer größere Geschwindigkeit. Das Seelenband machte ihre Freude am Risiko für den Feldzug nutzbar. Es erklärte zugleich, warum eine Venthyr mit eigener Vergangenheit den sterblichen Schlundgänger auch über einzelne Begegnungen hinaus unterstützte.

Wachen und Gluthof

Am Gluthof sorgte Nadjia für Ordnung, obwohl der Hof als gesellschaftliches Ereignis und nicht als Schlachtfeld gedacht war. Die Aufgabe verband ihre Sicherheitspflichten mit Revendreths aristokratischer Kultur. Sie blieb dabei keine steife Zeremonienmeisterin, sondern suchte weiterhin Aufregung und bezeichnete die unruhigen Zeiten mit sichtbarer Freude als interessant.

Während eines Angriffs des Venthyrpakts im Schlund kämpfte Nadjia gegen schwere Schlundgebundene und stand dabei neben einem Tirnen-Hainwächter aus dem Ardenwald. Solche gemischten Verbände zeigen, wie die Pakte nach langer Trennung gemeinsam vorgingen. Nadjias Rolle war unmittelbar: Sie hielt die feindlichen Kämpfer mit ihrer Klinge auf.

Was ihre Läuterung offenlässt

Über Nadjias sterbliche Welt, ihre Opfer und den genauen Weg von Eak'le zur Venthyr ist nur wenig bekannt. Der Eintrag ergänzt diese Lücken nicht mit erfundenen Duellen oder einer unbelegten Adelsherrschaft. Auch das Urteil abscheulich genügt nicht, um konkrete Verbrechen zu benennen.

Ihre spätere Geschichte zeigt dennoch Veränderung. Eine ehemals schwer belastete Seele dient nicht länger ausschließlich eigener Ehre, sondern bewacht Verbündete, trägt Renathals Widerstand und bindet sich freiwillig an einen anderen Kämpfer. Nadjia verliert dabei weder Stolz noch Risikofreude. Revendreths Läuterung macht aus ihr keine andere Person, sondern gibt ihren Fähigkeiten ein neues Ziel.