Ehre und StärkeBlackmoore
Mennu der Verräter
Bosse

Mennu der Verräter

Mennu war ein Gebrochener, der sein eigenes Leben rettete, indem er die Ödniswandler an Lady Vashjs Naga verriet. Als Sklaventreiber herrschte er danach über jene, deren Gefangenschaft er ermöglicht hatte. Seine verdorbenen Totems zeigten, wie tief der Verrat auch die schamanische Kraft verformte, die einst eine Beziehung zu den Elementen gewesen war.

Der Weg nach Sklavenunterkünfte

Tief im Echsenkessel lagen die Sklavenunterkünfte, in denen Lady Vashjs Naga fast den gesamten Stamm der Ödniswandler zur Arbeit an ihrem System aus Pumpen und Reservoirs zwangen. Dort bewachten ein Verräter, zwei gebrochene Herrscher der Wildnis und während des Sonnenwendfests ein beschworener Frostfürst jene Ketten, mit denen die Naga nicht nur Menschen, sondern das Wasser der Zangarmarschen beherrschen wollten. In Mennu der Verräter erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Die Gebrochenen trugen die Folgen dämonischer Verderbnis sichtbar an ihren Körpern. Als Vashjs Naga die Zangarmarschen besetzten, versuchten viele Ödniswandler aus ihrem Zugriff zu entkommen. Sie hatten bereits Heimat, Gestalt und gesellschaftliche Stellung verloren. Nun drohten sie auch noch zu Arbeitern einer Macht zu werden, die das Wasser ihres letzten Zufluchtsortes raubte.

Mennus Handel

Mennu wählte in diesem Augenblick nicht die gemeinsame Flucht. Er bot den Naga sein Wissen über die eigenen Leute an und erhielt dafür sein Leben. Der Handel befreite ihn nur persönlich. Fast der gesamte Stamm geriet in Gefangenschaft, weil einer von ihnen Wege, Verstecke und Gewohnheiten kannte, die ein fremder Besatzer allein nur mühsam gefunden hätte.

Die Naga ließen Mennu nicht einfach gehen. Sie machten ihn zum Sklaventreiber in den Unterkünften. Damit erhielt sein Verrat eine tägliche Form: Er musste den Menschen, die ihn kannten, Befehle geben, ihre Arbeit erzwingen und jeden Widerstand brechen. Die Herrschaft Vashjs gewann so einen Aufseher, dessen vertrautes Gesicht die Gefangenschaft noch bitterer machte.

Mennu hatte schamanische Lehren gekannt, doch sein Dienst an den Naga verdarb ihre Anwendung. Seine Totems heilten ihn, spien Feuer oder setzten giftige und blitzende Kräfte frei. Wo ein Schamane normalerweise um die Antwort eines Elements bat, stellte Mennu Macht wie Wachen um sich auf. Der Verrat an seinem Volk spiegelte sich im Umgang mit einer Tradition, die auf Beziehung statt Zwang beruhte.

Freiheit ohne Gemeinschaft

Mennu glaubte, Illidans Schreckensherrschaft zu seinem Vorteil gewendet zu haben. Tatsächlich blieb er in einem feuchten Gefängnis und bewachte die Maschinen anderer Herren. Er trug keine Ketten wie die Arbeiter, doch sein Überleben hing davon ab, dass ihre Ketten geschlossen blieben. Seine Freiheit besaß deshalb weder Zukunft noch jemanden, mit dem er sie hätte teilen können.

Mit Mennus Tod fiel der erste Aufseher der Sklavenunterkünfte. Seine Niederlage befreite nicht augenblicklich jeden Gefangenen, aber sie nahm der Lagerordnung den Mann, der sie von innen kannte. Zurück blieb eine einfache, schwere Wahrheit: Wer sein Leben durch den Verkauf der eigenen Gemeinschaft rettet, kann weiteratmen und dennoch alles verlieren, was diesem Leben einen Namen gab.