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Medivhs Schemen
Bosse

Medivhs Schemen

Medivhs Schemen ist weder der wiedergekehrte Wächter noch ein gewöhnlicher Geist. Es ist Karazhans bösartige Erinnerung an jene Jahre, in denen Medivhs gewaltige Macht und Sargeras' Wille denselben Körper bewohnten.

Der Weg nach Rückkehr nach Karazhan

Karazhan war nie nur ein Turm. In seinen Hallen lagen Medivhs Erinnerungen, die Magie der Wächter und Risse in Raum und Zeit so dicht beieinander, dass eine Bühne zur Wirklichkeit und ein harmloser Manawyrm zur Katastrophe werden konnte. Als die Brennende Legion zurückkehrte, wollte sie dieses verwundete Gedächtnis nicht zerstören, sondern als Tor zu bereits eroberten Welten benutzen. In Medivhs Schemen nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Karazhan bewahrte Medivh nicht nur in Büchern und verlassenen Zimmern. Seine Macht hatte sich so tief in den Turm geschrieben, dass Erinnerungen Gestalt annehmen konnten. Manche zeigten vergangene Augenblicke wie eine offene Tür. Andere wurden feindselig. Medivhs Schemen gehörte zu diesen bösartigen Verdichtungen. Es trug Gesicht und Stimme des letzten Wächters, war aber nicht der Mann, der später half, die Legion aus seinem Turm zu vertreiben.

Medivh war seit seiner Empfängnis von einem Splitter Sargeras' befallen. Jahrelang rangen Beschützer und Verderber in ihm, bis der Wille des Dunklen Titanen das Dunkle Portal öffnete. Das Schemen erinnerte vor allem an diese gefangene Zeit. Wenn es von Schuld, notwendiger Härte und bitteren Früchten sprach, klang darin ein Mensch, der wusste, was durch seine Hände geschehen war, ohne in jedem Augenblick Herr dieser Hände gewesen zu sein.

Drei Schulen werden zu Erinnerungen

Arkane Geschosse, Feuer und Frost erschienen im Kampf nicht wie ein neutrales Lehrbuch der Magie. Jeder Zauber trug etwas von Medivhs Vergangenheit. Feuer erinnerte an den Drachen, den er in den Hallen verbrannt hatte. Frost hielt einen Augenblick fest, als könne der Turm eine schmerzhafte Erinnerung niemals auftauen lassen. Arkane Geschosse waren die nüchterne Grundlage seiner Ausbildung und gerade deshalb erschreckend wirksam.

Wenn das Schemen Menschen mit einem Ring aus Feuer umgab, wurde Bewegung selbst zur Gefahr. Wer die Grenze überschritt oder von außen in sie eindrang, ließ den ganzen Saal brennen. Die Prüfung verlangte Vertrauen und Ruhe in einem Gebäude, das beides fortwährend untergrub. Der Turm schien zu fragen, ob die Eindringlinge innehalten konnten, wo Medivhs Leben von Mächten bestimmt worden war, die niemals aufgehört hatten, ihn weiterzutreiben.

Winter und Bilder eines zerteilten Wächters

Ein endloser Winter bestrafte Stillstand, während der Flammenkranz zuvor Bewegung verboten hatte. Dann zerfiel das Schemen in mehrere Wächterbilder, deren arkane Ausstrahlung immer stärker wurde. Keine einzelne Regel blieb sicher. Genau darin glich der Kampf Medivhs innerer Geschichte: Was in einem Augenblick Widerstand bedeutete, konnte im nächsten Unterwerfung sein, und aus einer Person wurden mehrere Ansprüche, die alle seine Macht für sich beanspruchten.

Trug jemand Atiesh, den großen Stab des Wächters, reagierte das Schemen mit Besitzanspruch. Das Artefakt war nach Medivhs Tod zerbrochen und später neu zusammengesetzt worden. In seiner Gegenwart wurde sichtbar, wie stark das Echo an Rang und Macht gebunden blieb. Es erkannte ein Werkzeug, aber nicht die Verantwortung, die sein ehemaliger Träger gegenüber einer Welt gehabt hatte, deren Schutz niemals in einem Gegenstand allein liegen durfte.

Der wahre Medivh wählt einen anderen Weg

Beim Fall des Schemens klang noch einmal der Kampf eines Mannes an, der sich so lange wie möglich gewehrt hatte. Später erschien der wirkliche Medivh und half Khadgar, Karazhans Verbindung zu den Legionswelten zu trennen. Er verlangte den Turm nicht zurück. So standen Echo und Mensch am Ende deutlich nebeneinander: Das Schemen hielt an Macht, Schuld und Zersplitterung fest; Medivh selbst konnte gehen, nachdem er half, eine weitere Folge seines alten Versagens zu verhindern.