Ehre und StärkeBlackmoore
Lethtendris
Bosse

Lethtendris

Lethtendris folgte dem Ruf der verzerrten Magie nach Düsterbruch, um ihren kaum erträglichen arkanen Hunger zu stillen. Aus Sehnen und Bindegewebe geopferter Wesen baute die Blutelfenhexenmeisterin ein Netz, das die verderbte Kraft des Ostflügels sammelte und genug Energie für die Vernichtung all ihrer Feinde versprach.

Der Weg nach Düsterbruch

Düsterbruch war einst Eldre'Thalas, eine von Azsharas Hochgeborenen errichtete Stadt des Wissens. Zehntausend Jahre nach dem Großen Bruch hatten Isolation, magischer Hunger und fremde Eroberer ihre Bezirke in verschiedene Reiche zerteilt. Im Osten kämpften Satyrn, Uralte und arkansüchtige Eindringlinge um die Lebenskraft des Wucherborkenviertels, während jede Mauer noch an eine Zivilisation erinnerte, die ihre Schätze bewahrt und dabei ihre Bewohner verloren hatte. In Lethtendris erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Die Magie Eldre'Thalas' war verdorben, aber sie war stark genug, Lethtendris aus der Ferne anzuziehen. Für eine Blutelfe, deren Volk nach dem Fall des Sonnenbrunnens unter quälendem arkanem Entzug litt, konnte selbst unreine Energie wie Rettung wirken. Lethtendris kam nicht, um die Stadt zu heilen. Sie kam, weil ihr eigener Hunger jedes Warnzeichen übertönte.

Ein Lager im Wucherborkenviertel

Im Ostflügel richtete sie mit ihrem Wichtel Pimgib ein Versteck ein. Um sie herum stritten Satyrn und Naturwesen um die Lebenskraft der Ruine. Lethtendris stellte sich keiner dieser Seiten dauerhaft zur Verfügung. Sie sah in ihrem Kampf eine Quelle, die man anzapfen konnte, solange andere noch genug Macht besaßen, um sie zu erzeugen.

Für ihr Werk benutzte Lethtendris Sehnen und Bindegewebe geopferter Wesen. Das Netz war dadurch zugleich Maschine und Leichnam, ein Werkzeug aus den Körpern jener, deren Energie oder Material sie bereits genommen hatte. Es sog die verderbte Macht des Flügels langsam auf und bewahrte sie, statt sie an die Umwelt zurückzugeben.

Mehr Kraft, als Hunger stillen konnte

Zu Lethtendris' Freude sammelte das Netz gewaltige Reserven. Anfangs hatte sie nach Linderung gesucht; nun sah sie genug Energie, um alle Feinde zu vernichten. Der Übergang geschah beinahe unmerklich. Magischer Hunger verlangte zunächst Überleben, dann Sicherheit und schließlich Überlegenheit. Keine Menge konnte dauerhaft genügen, sobald Kraft selbst zum Maß des Bedürfnisses geworden war.

Lethtendris behandelte Pimgib nicht nur als Begleiter. Sie konnte den Wichtel vergrößern, seinen Körper stärken und seine Zauber beschleunigen. Ihre gesammelte Macht wurde damit unmittelbar in einem anderen Wesen sichtbar. Pimgib erhielt Größe; Lethtendris behielt die Entscheidung darüber, wann und wofür sie entstand.

Mit Lethtendris' Niederlage fiel auch ihr Anspruch auf die gespeicherte Energie. Die Ruine blieb verdorben, und der arkane Hunger ihres Volkes war nicht gelöst. Ihr Werk zeigte jedoch, welche Richtung dieser Hunger nehmen konnte: Wer eine verwundete Welt nur als Vorrat betrachtet, baut aus den Opfern irgendwann ein Netz, in dem am Ende auch die eigene Zukunft hängt.