Lernen im Norden des Jadewalds
Auf den grünen Höhen des nördlichen Jadewalds liegt das Kloster Tian. Innenhöfe, Übungsplätze und kleine Gärten bilden eine Anlage, in der Mönche nicht nur Kampftechniken lernen. Körperhaltung, Atem, Geduld und Aufmerksamkeit gehören ebenso zum Unterricht. Die Schüler sollen erkennen, wann Kraft nötig ist und wann eine vorschnelle Bewegung einen Konflikt erst schafft.
Das Kloster stand in einer langen Tradition pandarischer Selbstverteidigung. Unter der Herrschaft der Mogu durften die versklavten Pandaren keine Waffen tragen. Sie machten deshalb den eigenen Körper zur Waffe und verbanden Kampfkunst mit einer Disziplin, die sich schwer beschlagnahmen ließ. Orte wie Tian bewahrten diese Lehre, nachdem die Mogu gestürzt waren. Aus einem Mittel des Widerstands wurde eine Lebensweise.
Der Weg eines Schülers
Wer im Kloster aufgenommen wurde, begann nicht als Held. Übungen wiederholten sich, Fehler wurden sichtbar und jeder Fortschritt musste im Alltag bestehen. Meister beobachteten, wie Schüler mit Müdigkeit, Stolz und Niederlagen umgingen. Die Fähigkeit, einen Gegner zu schlagen, galt wenig, wenn man sich von Zorn oder Eitelkeit beherrschen ließ. Diese Haltung war in Pandaria besonders wichtig, weil starke Gefühle den Sha Gestalt geben konnten.
Das Kloster war zugleich Teil der umliegenden Gemeinschaft. Händler und Bauern erreichten seine Märkte, Reisende suchten Rat und ausgebildete Mönche verließen die Anlage, um Dörfer zu schützen. Tian war damit kein abgeschlossener Orden, der die Welt nur aus sicherer Entfernung betrachtete. Seine Lehren mussten sich an Wegen, auf Feldern und in Streitfällen bewähren.
Fremde erreichen den Jadewald
Als Horde und Allianz im Jadewald landeten, begegneten sie einer Kultur, deren Ruhe sie leicht mit Harmlosigkeit verwechseln konnten. Das Kloster machte sichtbar, dass Pandarias Friedfertigkeit nicht aus Wehrlosigkeit entstanden war. Die Mönche kannten Unterdrückung, Aufstände und die Gefahren unkontrollierter Gefühle. Sie hatten nur andere Antworten darauf entwickelt als die Armeen der Außenwelt.
Einige Neuankömmlinge trainierten mit den Meistern und lernten die Grundlagen dieser Haltung. Doch während im Kloster Disziplin geübt wurde, eskalierte der Fraktionskrieg im Süden des Jadewalds. Am Serpentinenherz zeigte sich schließlich, was geschah, wenn Angst, Misstrauen und Siegeswille jede Selbstkontrolle verdrängten. Tian steht deshalb am Anfang der Begegnung: als ruhiges Angebot, Pandaria zu verstehen, bevor die Fremden ihre alten Kriege über das Land ausbreiteten.