Drei Wege in denselben Dienst
Gurtogg Siedeblut war ein brutaler Krieger, dessen Körper durch Blut und Teufelskraft zu einer beständigen Waffe geworden war. Jubei'thos stammte aus der Tradition der orkischen Schwertmeister und verband Geschwindigkeit mit täuschenden Spiegelbildern. Dia Schattenflüsterer wirkte als Hexenmeisterin und sprach mit der Autorität einer Frau, die Gul'dans dunkle Lehre nicht nur ertragen, sondern angenommen hatte.
Sie bildeten keinen Rat im Sinn einer beratenden Regierung. Gul'dan sammelte in ihnen drei besonders gefährliche Diener, die seine Herrschaft nach innen absicherten. Jeder brachte eine andere Form der Macht mit, und gemeinsam sollten sie verhindern, dass ein Gegner die Führung der Zitadelle durch einen einzigen gezielten Schlag erreichte.
Jubei'thos und die verlorene Ehre
Jubei'thos' Titel erinnerte an eine alte Kampfkunst der Orcs. Schwertmeister waren nicht bloß schnelle Klingen, sondern Kämpfer, deren Disziplin und Konzentration ihnen fast übernatürliche Bewegungen erlaubten. In der Eisernen Horde hätte diese Tradition ein Zeichen eigenständiger orkischer Stärke sein können.
Unter Gul'dan wurde sie in den Dienst der Legion gestellt. Jubei'thos behielt sein Können, doch sein Ziel war nicht mehr der Schutz eines Clans oder die Bewahrung einer Schule. Seine Spiegelbilder verwirrten die Feinde des Hexenmeisters. Die Form der alten Ehre blieb sichtbar, während ihr Inhalt verloren ging.
Gurtogg und Dia
Gurtogg verkörperte eine andere Art der Unterwerfung. In ihm wurde der Körper selbst zum Schauplatz der Gewalt. Blutdurst und rasende Kraft machten ihn im Nahkampf gefährlich, ließen aber wenig von einem Leben außerhalb des Krieges erkennen. Gul'dan brauchte von ihm keine Überzeugung, solange seine Wut in die gewünschte Richtung gelenkt werden konnte.
Dia hielt das Trio mit Schatten- und Leerenmagie zusammen. Sie schützte ihre Gefährten und machte aus Nähe eine Gefahr. Während Jubei'thos durch Täuschung und Gurtogg durch unmittelbare Gewalt wirkte, kontrollierte sie den Raum zwischen ihnen. Der Rat funktionierte gerade deshalb, weil keine seiner drei Kräfte allein stand.
Der Rat zerbricht
Im Kampf reagierten die drei auf den Tod eines Gefährten nicht mit Rückzug. Die verbliebenen Mitglieder wurden gefährlicher, als wollten sie beweisen, dass der Verlust ihre Entschlossenheit nur verstärkte. Dadurch wurde jedes gefallene Ratsmitglied zugleich Fortschritt und neue Bedrohung.
Schließlich fiel auch der Letzte. Gul'dan verlor drei seiner erfahrensten Vollstrecker, und die Zitadelle verlor eine Führungsebene, die zwischen den äußeren Truppen und den tieferen Laboren gestanden hatte. Der Sieg öffnete den Weg, offenbarte aber auch, wie viele verschiedene Traditionen der Orcs inzwischen für die Legion arbeiteten.
Kein gemeinsames Ideal
Der Hohe Rat wurde nicht von einer gemeinsamen Hoffnung getragen. Seine Mitglieder verband vor allem ihre Nützlichkeit für Gul'dan. Der Hexenmeister musste Unterschiede zwischen Clan, Kampfkunst und Magie nicht auslöschen. Er ordnete sie nur einem Ziel unter.
Das machte den Rat zu einem kleinen Abbild der Legion. Sie verlangte keine kulturelle Einheit, sondern Gehorsam und Wirkung. Gurtogg, Jubei'thos und Dia durften verschieden bleiben, solange jede Besonderheit den Krieg der Legion stärker machte.