Der Weg nach Zul'Gurub
Zul'Gurub war einst Hauptstadt des Gurubashi-Imperiums und später Hakkars blutiger Tempel. Nach dem ersten Fall des Seelenschinders hätte die Stadt ein Grab vergangener Größe werden können. Doch Jin'dos Geist, Zanzils Elixiere und das neue Bündnis mit den Zandalari riefen Tote, Priester und alte Ansprüche zurück. Die Ruinen erwachten nicht als wiederhergestelltes Reich, sondern als Erinnerung, die jeden früheren Fehler erneut bewaffnete. In Hohepriesterin Kilnara nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Kilnaras Weg zum Tempel begann mit einem Verlust. Ihre Schwester Arlokk hatte als Hohepriesterin Bethekks gedient und war beim ersten Fall Zul'Gurubs getötet worden. Der Tod hinterließ nicht nur eine freie religiöse Stellung. Für Kilnara blieb eine persönliche Erinnerung, die jeden Eindringling in den Tempel mit der Geschichte jener verband, die Arlokk genommen hatten.
Bethekk wählt eine neue Avatarin
Der Pantherloa Bethekk ernannte Kilnara zur neuen Hohepriesterin und sterblichen Avatarin. Sie trat damit nicht bloß ein Amt an. Ihr Körper wurde zur sichtbaren Nähe einer göttlichen Macht, deren Wesen Jagd, Dunkelheit und lautlose Bewegung prägten. In der neuen Priesterin trafen familiäre Trauer und der Auftrag eines Loa unmittelbar zusammen.
Als die Zandalari den Gurubashi Hilfe bei der Wiederherstellung alter Größe versprachen, stellte Kilnara ihren Tempel in den Dienst des Aufstands. Das Bündnis gab den Ruinen neue politische Richtung. Was wie lokale Rache im Schlingendorntal begann, gehörte nun zu einem größeren Versuch, Trollreiche und verlorene Macht neu zu sammeln.
Panther gegen die Lebenden des Tals
Kilnara schickte ihre Tiere gegen Grom'gol, das Rebellenlager und Nesingwarys Expedition. Selbst Mauti, ein besonders gefährlicher Panther, wurde zur Jagd auf die Bewohner des Tals entsandt. Die Hohepriesterin führte keinen offenen Feldzug mit Bannerreihen. Sie ließ die Nacht, das Dickicht und Augen im Unterholz für sich kämpfen.
Kilnara verbrachte viel Zeit mit der Erinnerung an Arlokk. Wer ihren Tempel betrat, störte deshalb nicht nur eine militärische Stellung, sondern eine Form des Trauerns. Doch ihre Trauer hatte längst Zähne erhalten. Sie suchte keine Erzählung, in der der Verlust einen Platz finden konnte; sie suchte Körper, an denen sich derselbe Schmerz wiederholen ließ.
Die Panther erwachen
In ihrer Kammer schlief ein ganzes Rudel. Lärm, unvorsichtige Schritte oder Kilnaras Ruf konnten die Tiere gleichzeitig wecken. Später nahm die Priesterin selbst Panthergestalt an. Der Unterschied zwischen Herrin und Rudel wurde undeutlich, bis die Jagd nicht mehr aus Befehlen bestand, sondern aus vielen Körpern mit derselben Richtung.
Mit Kilnaras Tod verlor Bethekk erneut eine Hohepriesterin. Die Niederlage heilte weder Arlokks Tod noch Kilnaras Trauer. Sie beendete nur den Versuch, beides in immer neue Jagden zu verwandeln. Im Tempel blieb die Erinnerung an zwei Schwestern, deren Nähe zu einem Loa ihnen Macht gab, aber keinen Weg, Verlust anders als durch Blut zu beantworten.