Der Weg nach Untere Schwarzfelsspitze
Die Untere Schwarzfelsspitze war die ausgedehnte Kaserne der Dunklen Horde. In der alten Dunkeleisenfestung lebten Schwarzfelsorcs neben den Felsspitzogern und den Gluthauertrollen, während Spinnenbrut und Worgzucht ganze Gänge beherrschten. Rend Schwarzfaust nannte diese Streitmacht die wahre Horde, doch über ihren Lagern standen General Drakkisath, Oberanführer Wyrmthalak und schließlich Nefarian. So führte jeder Weg durch die unteren Hallen zugleich durch ein Bündnis, dessen einzelne Völker an die Machtpläne eines schwarzen Drachen gebunden waren. In Hochlord Omokk erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Omokk stand an der sichtbaren Spitze der Felsspitzoger. Unter seinem Blick füllten Oger einen großen Teil der unteren Festung, und sein Besitz eines Edelsteins für das Siegel des Aufstiegs machte ihn zugleich zum Wächter über den Weg in die obere Spitze. Wer Rend Schwarzfaust und Nefarians engeren Kreis erreichen wollte, musste daher an Omokks Herrschaft vorbei.
Zweikämpfe ohne einen einzigen Treffer
Untergebene forderten den Hochlord immer wieder heraus, um seinen Titel zu übernehmen. Keiner brachte auch nur einen wirksamen Schlag an. In einer Kultur, in der persönliche Stärke Rang bestätigen konnte, verwandelte diese Serie Omokk in eine beinahe übernatürliche Gestalt. Aus Furcht wurde Gehorsam, und aus jedem gescheiterten Zweikampf wuchs die Legende weiter.
Die Gerüchte über dunkle Magie waren richtig, nur richteten sie den Blick noch nicht weit genug. Urok Schreckensbote war der wahre Führer des Klans. Er hatte seinen vertrauten Gehilfen verzaubert und ließ Omokk die sichtbare Herrschaft ausüben. So konnte Urok im Schatten bleiben, während jeder Zorn, jede Herausforderung und jeder mögliche Anschlag zuerst den Hochlord traf.
Ein Stellvertreter mit wirklicher Gewalt
Omokks Abhängigkeit machte ihn nicht harmlos. Er schlug Gegner zurück, steigerte sich in Raserei und regierte tatsächlich mit brutaler Härte. Ein Werkzeug kann selbst Macht besitzen, auch wenn ein anderer die Richtung vorgibt. Für die Oger unter ihm war der Unterschied zwischen eigenem Willen und Uroks Einfluss kaum zu erkennen, solange Omokks Faust sie traf.
Nach Omokks Tod endete seine Rolle nicht. Sein Kopf wurde auf eine grobe Pike gesetzt und in Uroks Schädelhaufen gerammt. Erst diese grausame Herausforderung zwang den verborgenen Herrscher hervor. Omokks Körper wurde damit ein letztes Mal benutzt: zuerst als Maske für Uroks Macht, danach als Köder, der diese Macht sichtbar machte.
Ein Erbe bleibt außerhalb des Augenblicks
Omokk hatte einen Sohn namens Mar'kag, der später weiterhin mit dem Felsspitzklan verbunden war. Der Hochlord selbst fiel während des Angriffs auf die Dunkle Horde. Seine Geschichte bleibt die eines mächtigen Herrschers, dessen größte Siege nicht vollständig seine eigenen waren und dessen Niederlage erst offenbarte, wer jahrelang hinter seinem Thron gestanden hatte.