Ehre und StärkeBlackmoore
Himmelskäpt'n Kragg
Bosse

Himmelskäpt'n Kragg

Himmelskäpt'n Kragg und sein riesiger Papagei Haihappen sollten Freihafens Himmel bewachen. Zwischen Nickerchen und Guanoangriffen nahmen sie die Pflicht selten ernst, bis Eindringlinge auftauchten und aus dem trägen Wachposten ein zweistufiges Bombardement am Boden und aus der Luft wurde.

Der Weg nach Freihafen

Freihafen lebte von Crews, Tavernen und dem stillen Einverständnis, dass kein einzelner Kapitän die ganze Piratenstadt besitzen sollte. Lady Aschenwinds Geld und Azeritwaffen veränderten dieses Gleichgewicht. Harlan der Schmierige zwang kleinere Banden unter das Banner der Eisenflut, während jene, die Freiheit stets mit Gesetzlosigkeit verwechselt hatten, plötzlich um ihre eigene Unabhängigkeit kämpfen mussten. In Himmelskäpt'n Kragg nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Freihafen war offen zum Meer und von Wegen durchzogen, die kein Stadttor vollständig kontrollieren konnte. Wer den Himmel beherrschte, konnte Bewegungen früh erkennen und Alarm schlagen. Kragg und Haihappen erhielten deshalb eine wichtige Aufgabe. Der Ork und sein riesiger Papagei sollten Kreise über Docks und Tavernen ziehen und jeden melden, der Harlans neue Ordnung bedrohte.

Pflicht wird zur schlechten Gewohnheit

In der Praxis schliefen beide gern im Krähennest oder ließen ihren Unrat auf ahnungslose Menschen fallen. Diese Nachlässigkeit passte zu Freihafens rauer Komik, war aber auch ein Zeichen für Harlans Herrschaft. Er hatte viele Crews durch Druck gesammelt, nicht durch gemeinsame Disziplin. Seine Wächter genossen Rang und Aussicht, solange niemand verlangte, dass sie die damit verbundene Arbeit ernst nahmen.

Als Eindringlinge den Hafen betraten, blieb Kragg nicht bis zu einem feierlichen Duell verborgen. Er warf Bomben aus der Luft und ließ Haihappen über den Weg fliegen. Die Wache wurde zu einer fortlaufenden Belästigung, noch bevor der eigentliche Kampfplatz erreicht war. Freihafen zeigte damit sofort seine Regeln: Gefahr kündigte sich nicht ordentlich an, und selbst der Himmel konnte jederzeit etwas Explosives oder deutlich Unappetitlicheres fallen lassen.

Reiter und Papagei stürmen gemeinsam

Zu Beginn blieb Kragg auf Haihappens Rücken. Der Papagei trug ihn in wilden Anstürmen durch die Gruppe, während der Kapitän aus nächster Nähe schoss. Ihre Stärke lag in der verbundenen Bewegung. Kragg musste keine sichere Stellung finden, solange Haihappen ihm Höhe, Geschwindigkeit und einen Körper gab, der jeden Weg in eine Angriffsfläche verwandelte.

Als Kragg aus dem Sattel geriet, zog sich sein Begleiter nicht zurück. Haihappen kreiste weiter, ließ üble Bombardements fallen und stürzte durch den Kampfplatz. Am Boden griff Kragg nun zu Azeritpulver, dessen Schuss einen breiten Kegel traf. Die Trennung machte beide nicht schwächer. Sie zwang ihre Gegner, zugleich auf einen bewaffneten Piraten und einen Angreifer über ihren Köpfen zu achten.

Kragg versuchte zwischendurch, einen belebenden Trank zu leeren. Wurde er unterbrochen, fiel die Flasche zu Boden und konnte von anderen aufgenommen werden. Sogar seine Erholung war damit Beute, sobald seine Aufmerksamkeit nachließ. Das passte zur Stadt, die er bewachte: In Freihafen gehörte eine Flasche nicht demjenigen, der sie gekauft hatte, sondern demjenigen, der sie im richtigen Augenblick festhielt.

Haihappens letzter Ruf

Kragg fiel, und Haihappen rief erst Trauer, dann eine letzte Beleidigung in den Hafen. Der Papagei überlebte den Verlust seines Reiters. Hinter der groben Komik blieb eine echte Bindung sichtbar. Harlans erster Wachposten war nicht an mangelnder Kraft gescheitert, sondern an einer Ordnung, in der Aufgabe, Schlaf und Gewalt ohne klare Grenze ineinander übergingen. Der Weg in die Piratenstadt stand offen.