Ehre und StärkeBlackmoore
Herold Horizontiss
Bosse

Herold Horizontiss

Horizontiss war ein Qiraji-Diener der Alten Götter, der ihre Eroberung aller Welten vorbereitete. Die Naaru glaubten, seine Stimme im traumlosen Schlaf erstickt zu haben. Ein Flüstern erreichte dennoch Wärter Mellichar. Mit genügend Zeit verdarb es ihn, öffnete die Arkatraz-Zellen und machte das Gefängnis zum ersten Vorhof von Horizontiss' Vision.

Der Weg nach Arkatraz

Die Arkatraz war das Hochsicherheitsgefängnis der Naaru für Bedrohungen aus vielen Welten. Nach Kael'thas' Eroberung flüsterte Herold Horizontiss so lange zu Wärter Mellichar, bis die Gefängnisordnung zusammenbrach. Leerenwesen, Dämonen und andere Insassen füllten dieselben Gänge mit ihren eigenen Kriegen, während jede geöffnete Zelle den nächsten Teil der Katastrophe freisetzte. In Herold Horizontiss erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Qiraji und Alte Götter waren vor allem aus den unterirdischen Wunden Azeroths bekannt. Horizontiss dachte größer. Er wollte die Vision seiner Herren auf alle Welten ausdehnen. Seine Gefangenschaft in einer reisenden Naaru-Festung brachte ihn ausgerechnet in die Nähe zahlloser Wege und Insassen, durch die eine solche Verderbnis neue Grenzen hätte überschreiten können.

Die Naaru wählen den Schlaf

Die Wärter sperrten Horizontiss nicht nur hinter Energie. Sie zwangen ihn in einen tiefen, traumlosen Schlaf, damit seine überzeugende Stimme niemanden erreichte. Die Maßnahme erkannte, dass Sprache seine gefährlichste Waffe war. Ein Körper hinter Mauern blieb beherrschbar; eine Idee konnte durch den Menschen entkommen, der täglich vor der Tür stand.

Die Bannung war beinahe vollständig, aber nicht vollkommen. Horizontiss besaß genug Kraft für eine kleine, ruhige Stimme. Er musste Mellichar nicht in einer Nacht überwältigen. Zeit erledigte den Rest. Ein Zweifel, ein wiederholter Gedanke und die allmähliche Gewöhnung an das Unaussprechliche reichten, bis der Wärter die Stimme im eigenen Kopf nicht mehr von einer Entscheidung unterschied.

Mellichar öffnet die Zellen

Unter Horizontiss' Einfluss setzte der Wärter die Gefängnisordnung außer Kraft. Eine Zelle nach der anderen öffnete sich: fremde Jäger, Feuerwesen, Drachenartige und schließlich auch der exzentrische Millhaus Manasturm. Nicht jeder Gefangene diente dem Herold, doch jedes neue Chaos schwächte die Möglichkeit, ihn wieder sicher einzuschließen.

Erst am Ende der Reihe weckte Mellichar Horizontiss selbst. Der Herold trat nicht als einsamer Flüchtling hervor, sondern nach einer sorgfältig erzeugten Erschöpfung. Andere Insassen hatten bereits gekämpft, Sicherungen waren verbraucht und Aufmerksamkeit geteilt. Seine lange Geduld verwandelte die Architektur des Gefängnisses in eine Beschwörung mit mehreren Stufen.

Der Geist zerbricht und vervielfacht sich

Horizontiss griff Gedanken an, verbrannte Mana, übernahm den Willen einzelner Menschen und schuf Abbilder seiner selbst. Wahrheit wurde schwerer zu erkennen, je mehr Stimmen im Raum dieselbe Gestalt trugen. Seine Macht folgte dem Flüstern an Mellichar: Nicht der lauteste Schlag entschied, sondern die Unsicherheit darüber, welcher Gedanke und welches Bild noch das eigene war.

Mit Horizontiss' Tod endete die unmittelbare Verderbnis der Arkatraz. Die freigelassenen Gefahren waren damit nicht ungeschehen, und Mellichars Verantwortung blieb tragisch. Doch der Herold erreichte keine neue Welt für seine Herren. Die Naaru hatten sich in einem Punkt geirrt: Schlaf allein genügte nicht. Erst Widerstand gegen die Stimme beendete, was eine fast perfekte Zelle nur verzögert hatte.