Eine Frau im Kult der Verdammten
Faerlina stammte aus den Reihen der Menschen, entschied sich jedoch für den Kult der Verdammten. Dieser Kult war kein Heer aus willenlosen Untoten. Seine Mitglieder dienten dem Lichkönig zu Lebzeiten, weil sie Macht, Unsterblichkeit oder einen Platz in der kommenden Ordnung erwarteten. Gerade Menschen wie Faerlina machten die Geißel gefährlich: Sie kannten die Gesellschaften, die sie verrieten, und brachten ihr Wissen freiwillig in den Vernichtungskrieg ein.
Als Apothekerin verstand Faerlina Gifte, Elixiere und die Wirkung lebender Substanzen. In Naxxramas wurde dieses Wissen nicht zur Heilung eingesetzt. Sie beaufsichtigte Experimente und die Aufzucht der Spinnen, die das Arachnidenviertel füllten. Der Titel Großwitwe spiegelte ihre Stellung in diesem unnatürlichen Brutraum wider.
Herrin einer lebenden Waffenkammer
Faerlinas Gefolgsleute standen dicht bei ihr und waren zugleich Teil ihres Schutzes. Sie führte Kultisten, deren Leben für den Fortbestand ihrer Macht wenig bedeutete. Gift und Raserei bestimmten den Kampf. Was in einer gewöhnlichen Apotheke als genaue Dosierung galt, wurde in Naxxramas zur Methode, Körper zu schwächen und den Widerstand zu brechen.
Damit verkörperte Faerlina eine andere Seite der Geißel als die großen Monstrositäten. Sie war nicht das Ergebnis eines fremden Fluchs, sondern eine Täterin mit eigenem Wissen und eigenem Rang. Ihr Tod beseitigte eine der Leiterinnen des Kultes und brachte die Angreifer näher an Maexxna, die gewaltige Brutmatriarchin des Viertels.
Der menschliche Anteil am Grauen
Die Pest von Lordaeron wurde zwar durch Nekromantie ermöglicht, doch sie brauchte Menschen, die Getreide verteilten, Opfer auswählten und Versuche durchführten. Faerlina erinnerte daran, dass nicht jeder Diener der Geißel gezwungen worden war. Manche erkannten in Kel'Thuzads Versprechen eine Gelegenheit und machten aus eigener Entscheidung mit.
Mit Faerlinas Niederlage verlor das Arachnidenviertel seine menschliche Aufseherin. Die Spinnenbrut blieb noch bestehen, doch die Verbindung aus Kult, Alchemie und Zucht war gebrochen. Der Weg führte nun zu Maexxna und damit zum Ursprung jener Brut, die Faerlina bewacht und vermehrt hatte.