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Dunkelflammenspalt
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Dunkelflammenspalt

Dunkelflammenspalt war eine erschöpfte Mine der Irdenen, bevor Kobolde dort Zuflucht fanden. Der Kerzenkönig unterwarf sie und machte die verlassene Anlage zum Zentrum seines Reiches aus Arbeit, Angst und Dunkelheit.

Eine Mine ohne Erz

Dunkelflammenspalt war einst eine ergiebige Mine der Irdenen. Als die bekannten Rohstoffe erschöpft waren, zogen die Maschinenflüsterer weiter und ließen Hallen, Schächte und alte Geräte zurück. Für die Irdenen hatte der Ort seinen Zweck verloren. Für die Kobolde der Schallenden Tiefen bot er Schutz und genügend Raum für eine neue Gemeinschaft.

Die Kobolde fürchteten die Dunkelheit nicht aus kindischem Aberglauben. Unter Azeroth existierten Schatten und Wesen, gegen die eine kleine Flamme den Unterschied zwischen Sicherheit und Tod bedeuten konnte. Kerzen waren Erinnerung, Werkzeug und Schutz. Wer über Licht und Brennstoff herrschte, besaß deshalb Macht über das tägliche Überleben.

Das Reich des Kerzenkönigs

Der Kerzenkönig nutzte diese Abhängigkeit. Er überragte seine Untertanen, zwang sie zur Arbeit und machte aus der Zuflucht ein Reich, das seinem Willen diente. Die großen Reichtümer der Mine waren längst verschwunden, doch Herrschaft benötigte keinen wirklichen Schatz. Sie brauchte nur Menschen oder Kobolde, die glaubten, ohne ihren Herrscher nicht bestehen zu können.

Selbst nachdem ihm Krone und offene Macht genommen worden waren, zog er sich tiefer in den Spalt zurück. Dort sammelte er die letzten Anhänger um sich und wartete auf eine Rückkehr. Seine Wut richtete sich nicht nur gegen jene, die ihn gestürzt hatten. Sie richtete sich gegen die Vorstellung, dass die Kobolde ihr Licht ohne ihn bewahren könnten.

Flamme und Finsternis

In den Tiefen der Mine lebten Kräfte, die älter waren als das kleine Königreich. Lohenzar war eine hungrige Flamme, die von fanatischen Kobolden verehrt und mit Opfern genährt wurde. Noch tiefer wartete die Finsternis, jene namenlose Bedrohung, vor der die Kobolde seit Generationen ihre Kerzen schützten.

Damit war der Kerzenkönig nicht der Erfinder ihrer Angst. Er war derjenige, der eine reale Angst in Gehorsam verwandelte. Er versprach Licht, während er seine Untertanen in den Schatten seiner Herrschaft stellte. Dunkelflammenspalt erzählte deshalb zugleich von einem Tyrannen und von einer Gemeinschaft, deren wichtigste Gewohnheit gegen sie verwendet wurde.

Die Kobolde behalten ihre Flamme

Mit dem Fall des Kerzenkönigs endete seine unmittelbare Herrschaft. Die Finsternis selbst konnte jedoch nicht endgültig vernichtet werden. Sie wich zurück und konnte in anderer Gestalt wiederkehren. Für die Kobolde bedeutete Freiheit daher nicht, ihre alten Warnungen zu vergessen oder alle Kerzen auszulöschen.

Sie mussten lernen, zwischen Schutz und Unterwerfung zu unterscheiden. Eine Kerze konnte weiterhin Leben retten, ohne einem König zu gehören. Der Spalt blieb ein gefährlicher Ort, doch seine Bewohner konnten selbst entscheiden, wie sie ihm begegneten. Das war der eigentliche Verlust des Kerzenkönigs: Nicht seine Krone, sondern sein Anspruch, dass nur seine Flamme die Dunkelheit fernhalten könne.