Ehre und StärkeBlackmoore
Drakuru
Charakter

Drakuru

Drakuru war ein gefangener Drakkari, der einen Abenteurer als Verbündeten gewann und damit heimlich Drak’Tharon an die Geißel auslieferte. Zum Oberanführer erhoben, verwandelte er Trollhäuptlinge in Seuchenblutwaffen. Ein Agent der Schwarzen Klinge täuschte ihn erneut, bevor der Lichkönig den gescheiterten Verräter selbst hinrichtete.

Ein Gefangener mit einem Angebot

Drakuru war ein Eistroll des Drakkari-Stammes. Während des Krieges gegen den Lichkönig traf ein Abenteurer ihn als Gefangenen bei den Granitquellen in den Grizzlyhügeln. Statt um einfache Befreiung zu bitten, bot Drakuru einen Handel an: Er kenne die Geheimnisse der Feste Drak'Tharon und könne helfen, ihre Verteidigung zu überwinden.

Ein Trank erlaubte es, Drakuru an entfernten Orten als Abbild zu beschwören. Auf seine Anweisung wurden das Auge der Propheten, das Herz der Uralten und Drakkari-Tafeln gesammelt. Für den Abenteurer wirkte die Zusammenarbeit wie eine Vorbereitung auf den Kampf gegen die Geißel. Tatsächlich nutzte Drakuru die Hilfe, um genau jene Schutzmechanismen zu beseitigen, die sein eigenes Volk verteidigten.

Der Verrat in Drak'Tharon

Auf der Spitze der Feste enthüllte Drakuru seine Absicht. Er hatte sich dem Lichkönig verschrieben und lieferte Drak'Tharon an die Geißel aus. Die Festung kontrollierte einen wichtigen Zugang nach Zul'Drak, dem Kernland des Drakkari-Reiches. Mit ihrem Fall gewann die Geißel einen Stützpunkt für den Angriff auf ein Volk, das bereits von allen Seiten unter Druck stand.

Der Lichkönig belohnte den Verräter. Drakuru erhielt die Festung, ihre auferstandenen Toten und den Auftrag, Zul'Drak zu säubern. Er bot sogar seinem vermeintlichen Helfer einen Platz in der neuen Ordnung an. Dass er sich an sein Versprechen hielt, machte ihn nicht ehrenhaft: Seine Loyalität galt allein dem stärkeren Herrn, der ihm Aufstieg und Macht versprach.

Oberanführer von Voltarus

Drakuru wurde zum Oberanführer erhoben und kommandierte die Nekropole Voltarus über Zul'Drak. Von dort plante er, gefangene Trollhäuptlinge mit Seuche zu erfüllen und in Seuchenbluttrolle zu verwandeln. Die Drakkari sollten nicht nur besiegt, sondern als verformte Soldaten gegen die eigenen Überlebenden eingesetzt werden.

Er herrschte mit Belohnung und drastischer Strafe. Erfolgreichen Untergebenen versprach er Waffen und Kommando, Versagen duldete er nicht. Mehrere magische Zepter dienten dazu, Kreaturen zu beeinflussen, zu stärken oder vollständig zu beherrschen. Diese Werkzeuge verkörperten Drakurus Vorstellung von Macht: Wer andere kontrolliert, muss ihre Loyalität nicht gewinnen.

Ein zweiter falscher Verbündeter

Die Ritter der Schwarzen Klinge erkannten die Gefahr. Stefan Vadu half demselben Abenteurer, Voltarus zu infiltrieren. Mit einer Verkleidung trat der Agent erneut als treuer Diener Drakurus auf. Der Troll war von seinem Aufstieg überzeugt genug, um seine Pläne, Gefangenen und Waffen offen vorzuführen.

Die Täuschung kehrte damit die erste Geschichte um. In Drak'Tharon hatte Drakuru Vertrauen ausgenutzt, um ein Reich zu verraten. In Voltarus wurde nun sein eigenes Vertrauen zur Schwachstelle. Die Missionen zerstörten Vorräte, befreiten oder beseitigten wichtige Ziele und bereiteten den Angriff auf den Oberanführer vor, ohne dass er den Zusammenhang rechtzeitig erkannte.

Das Zepter der Herrschaft

Im abschließenden Kampf benutzte der Abenteurer Drakurus Zepter der Herrschaft gegen ihn. Seuchenbluttrolle, die als kontrollierte Waffen gedacht waren, wandten sich gegen ihren Schöpfer. Drakuru verlor damit nicht nur eine Schlacht; sein gesamtes Herrschaftsmodell wurde praktisch widerlegt. Kontrolle, die allein auf einem Gegenstand und erzwungenem Gehorsam beruhte, wechselte mit dem Besitzer des Zepters die Seite.

Als die Niederlage absehbar wurde, rief Drakuru den Lichkönig um Hilfe. Er erwartete offenbar eine weitere Belohnung oder Rettung durch den Meister, dem er sein Volk ausgeliefert hatte. Stattdessen erschien Arthas und enthauptete ihn wegen seines Versagens. Den infiltrierenden Helden verschonte der Lichkönig, weil ihn die erfolgreiche Täuschung amüsierte.

Verrat als Leitmotiv

Drakurus Geschichte besteht aus zwei spiegelnden Verraten. Zuerst täuscht ein Gefangener seinen Befreier und öffnet der Geißel den Weg nach Zul'Drak. Danach täuscht derselbe Befreier den zum Herrscher aufgestiegenen Troll und bringt seine Operation zu Fall. Am Ende verrät auch der Lichkönig jede Hoffnung auf Anerkennung: Für ihn war Drakuru nur nützlich, solange er siegte.

Der Troll war kein heimlicher Widerstandskämpfer und kein Opfer, das erst durch die Geißel verdorben wurde. Die Quellen zeigen ihn als ehrgeizigen Überläufer, der den Untergang der Drakkari für persönlichen Aufstieg in Kauf nahm. Gerade die anfängliche Zusammenarbeit macht seinen Fall wirkungsvoll. Der Spieler hilft unwissentlich beim Verlust Drak'Tharons und muss später Verantwortung übernehmen, indem er den eigenen Fehler unter weitaus gefährlicheren Bedingungen korrigiert.