Drei Schwestern, ein unruhiger Ort
Alleria, Sylvanas und Vereesa Windläufer teilten Herkunft, Liebe und Verlust, doch ihre Wege führten sie immer weiter auseinander. Krieg, Tod, Leere und politische Treue legten Schichten über jene Nähe, die sie als Kinder verbunden hatte. Als sie im alten Familiensitz wieder aufeinandertrafen, kam nicht nur Erinnerung mit ihnen zurück, sondern alles, was nie ausgesprochen oder vergeben worden war.
Im Turm verdichteten sich diese Gefühle zu einem eigenen Wesen. Das rastlose Herz bestand aus Zorn, Schuld, Sehnsucht und dem Schmerz dreier Frauen, die einander noch liebten und dennoch kaum dieselbe Wahrheit ertragen konnten. Diese Macht band auch die Geister früherer Windläufer an das Gemäuer. Das Haus wurde zum Körper einer Familienwunde.
Die Waldläuferin im Sturm
Das Herz kämpfte in der Gestalt einer rachsüchtigen Waldläufergeneralin. Pfeilregen fiel durch die Hallen, Wind trug Geschosse über den Boden und jeder Schuss schien die Entfernung zwischen den Schwestern neu zu vermessen. Der Sturm war dabei mehr als eine Waffe. Er war das sichtbare Chaos einer Beziehung, in der jede Annäherung den nächsten Rückstoß auslösen konnte.
Die gebundenen Geister konnten nicht einzeln erlöst werden, solange das Herz sie mit der Trauer der Gegenwart fütterte. Deshalb musste die Verdichtung selbst bezwungen werden. Nicht weil Gefühle Feinde wären, sondern weil sie in dieser Form jedes Leben und jeden Tod um sich herum gefangen hielten. Erst das Ende des Widerstands konnte Stille schaffen.
Das Haus atmet wieder
Mit dem rastlosen Herz brach die Kraft, die Vergangenheit und Gegenwart aneinandergekettet hatte. Der Windläuferturm wurde nicht zu einem unbeschwerten Heim; zu viel war dort verloren gegangen. Doch seine Toten erhielten die Möglichkeit, nicht länger Stellvertreter eines Streits unter den Lebenden zu sein. Zurück blieb ein Ort der Erinnerung, nicht mehr ihr Gefängnis.