Naralex' Hoffnung für das Brachland
Das Brachland war trocken, karg und von tiefen Schluchten durchzogen. Naralex, ein junger Druide der Nachtelfen, sah darin keinen unveränderlichen Zustand. Er glaubte, das Land könne wieder fruchtbar werden, wenn er es mit dem Smaragdgrünen Traum verband. Unter einer Oase fand er ein langes Höhlensystem, aus dessen Spalten heiße Dämpfe strömten. Der Klang erinnerte an Klagen und gab den Höhlen ihren Namen.
Naralex brachte Schüler mit, die später Druiden des Giftzahns genannt wurden. Gemeinsam versuchten sie, die unterirdischen Wasserläufe und die Kraft des Traums zu nutzen. Ihr Vorhaben war gut gemeint: Wo andere nur Wüste sahen, wollten sie Leben schaffen. Doch der Smaragdgrüne Traum war bereits vom Smaragdgrünen Alptraum berührt.
Wenn Heilung ihre Richtung verliert
Naralex fiel in einen tiefen Schlaf. Seine Träume strömten unkontrolliert in die Höhlen und veränderten Pflanzen und Tiere. Schlangen wuchsen zu gewaltigen Bestien heran, ehemals friedliche Kreaturen wurden aggressiv, und selbst die Schüler des Druiden verloren sich in der Verderbnis. Kobrahn, Anacondra, Pythas und Serpentis hielten sich weiterhin für Diener einer großen Erneuerung, doch ihre Naturmagie brachte kein Gleichgewicht mehr hervor.
Der Fehler lag nicht darin, dass Naralex dem Brachland helfen wollte. Er hatte unterschätzt, dass eine Verbindung zum Traum auch dessen Krankheit öffnete. Seine Macht konnte Wachstum erzwingen, aber nicht bestimmen, welche Gestalt dieses Wachstum annahm.
Die Erweckung des Träumers
Ein noch wacher Schüler bat schließlich um Hilfe. Um Naralex zu erreichen, mussten die verdorbenen Druiden und die gefährlichsten Geschöpfe der Höhlen besiegt werden. Am Ende stand kein gewöhnlicher Herrscher, sondern Mutanus der Verschlinger, eine Kreatur aus Naralex' eigenem Alptraum. Erst nach dessen Tod konnte der schlafende Druide geweckt werden.
Naralex erkannte, was aus seinem Versuch geworden war, und verließ die Höhlen. Die Folgen blieben. Das unterirdische Ökosystem war dauerhaft verändert, und die Druiden des Giftzahns verschwanden nicht vollständig. Die Höhlen zeigten früh, dass Naturmagie weder harmlos noch automatisch weise ist. Gute Absichten schützen nicht vor Verderbnis, wenn die Quelle der eigenen Macht bereits verwundet wurde.