Ehre und StärkeBlackmoore
Yor
Bosse

Yor

Yor war ein Leerenhund von grenzenloser Wildheit, den Illidan Nexusprinz Shaffar als Geschenk überließ. Shaffars Berater vermuteten eine Falle und wurden an das Tier verfüttert. Der Prinz verspottete ihren Zweifel, sperrte Yor anschließend aber vorsichtshalber in eine Stasiskammer. So bewachte Misstrauen das Geschenk auf beiden Seiten.

Der Weg nach Managruft

Die Managruft war ein aufgebrochener Flügel der draenischen Totenstadt Auchindoun. Nachdem Murmurs Ankunft das Heiligtum zerrissen hatte, behandelten Nexusprinz Shaffar und seine Astralen die Gräber als Lager aus Reichtum und arkaner Energie. Zwischen gebundenen Leerenwesen, erwachten Kolossen und Illidans zweifelhaften Geschenken wurde Erinnerung dort zur Ware. In Yor erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Illidan trug seinen Beinamen nicht ohne Grund, und ein Geschenk aus seiner Hand konnte Bindung, Drohung oder beides zugleich sein. Yor begleitete Nexusprinz Shaffar als Leerenhund von außergewöhnlicher Kraft. Die Geste stellte Nähe zwischen zwei Machtgruppen her, ohne zu erklären, wem das Tier im entscheidenden Augenblick wirklich gehorchen würde.

Shaffars Ratgeber erkannten die Gefahr. Sie vermuteten, Illidan habe Yor so eingerichtet, dass der Hund den Nexusprinzen verriet, sobald dieser seinen Nutzen erfüllt hatte. Ihre Warnung war politisch vernünftig: Ein Herrscher, der mit einem bekannten Verräter Geschäfte macht, sollte wenigstens fragen, ob die Zähne des Geschenks nach außen oder nach innen zeigen.

Eine Antwort aus Hunger

Shaffar ließ die warnenden Berater an Yor verfüttern. Damit verwandelte er Widerspruch in Nahrung für genau jene Gefahr, vor der sie gewarnt hatten. Der Prinz bewies Macht, verlor aber Menschen, die bereit gewesen waren, eine unbequeme Wahrheit auszusprechen. Zurück blieben Untergebene, die aus dem Schicksal ihrer Vorgänger lernten, Zweifel besser für sich zu behalten.

Trotz seiner grausamen Geste vertraute Shaffar Illidans Geschenk nicht vollständig. Er sperrte Yor in eine Stasiskammer. Der Widerspruch entlarvte sein Schauspiel: Öffentlich waren die Berater töricht und entbehrlich gewesen; heimlich nahm der Prinz ihre Warnung ernst genug, um mehrere magische Sicherungen zwischen sich und den Hund zu setzen.

Die Kammer öffnet sich

Nur mit besonderen Schlüsseln ließ sich Yors Gefängnis in der heroischen Managruft öffnen. Dann brach die aufgeschobene Gefahr hervor. Feuer, Schatten und die rohe Kraft eines Leerenhundes füllten den Raum. Was Shaffar jahrelang als Reserve gehalten hatte, zeigte, dass manche Waffen nicht dadurch treu werden, dass man sie lange genug einschließt.

Yors Ende ließ die Frage offen, ob Illidans Falle je ausgelöst worden wäre. Entscheidend war, was Shaffar aus der Möglichkeit gemacht hatte. Er tötete jene, die ihn schützen wollten, und behielt das verdächtige Geschenk dennoch. So wurde der Leerenhund zum Denkmal eines Herrschers, der jede Warnung als Angriff auf seine Autorität verstand und ihr im Verborgenen trotzdem glaubte.