Ehre und StärkeBlackmoore
Xin der Waffenmeister
Bosse

Xin der Waffenmeister

König Xin verstand den Titel Waffenmeister wörtlicher als andere: Die Waffen seines Palasts gehorchten seinen Befehlen. Er ließ Moguklans um seine Gunst streiten, verhöhnte ihr Versagen und erwartete jeden Zweifler persönlich. In seiner letzten Halle kämpften nicht nur seine Hände, sondern Äxte, Stäbe und Armbrüste eines ganzen Reiches.

Der Weg nach Mogu'shanpalast

Der Mogu'shanpalast war keine stille Ruine, sondern Bühne eines erneuten moguischen Machtkampfes. König Xin rief rivalisierende Klans an seinen Hof, ließ sie um Gunst wetteifern und bewahrte unter ihnen Schätze, Waffen und Erinnerungen an ein Reich, das Pandaria einst mit Sklaverei beherrscht hatte. Als Fremde die Hallen betraten, wurde aus höfischer Rivalität ein blutiger Beweis dafür, wie wenig die Mogu aus dem Fall ihres alten Imperiums gelernt hatten. In Xin der Waffenmeister nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Xin erhob Anspruch auf königliche Herrschaft, obwohl die Mogu noch weit von der geschlossenen Macht ihres alten Imperiums entfernt waren. Klanführer kamen an seinen Hof, brachten Wachen als Tribut und stritten um seine Anerkennung. Xin duldete diese Rivalität, solange sie seinen Rang bestätigte. Jeder Anführer, der um Gunst bat, erkannte damit an, dass der Waffenmeister über ihm stand.

In Azeroth kann ein Waffenmeister jemand sein, der viele Kampfstile beherrscht oder andere im Gebrauch einer Klinge unterweist. Für Xin bedeutete der Titel mehr. Die Waffen der Mogu gehorchten seinen Befehlen, selbst wenn keine Hand sie hielt. Sein Palast war deshalb nicht nur Umgebung und Schatzhaus. Er war ein gewaltiges Arsenal, dessen Wände jederzeit Teil des Kampfes werden konnten.

Verachtung für versagende Diener

Als Eindringlinge die äußeren Hallen überwanden, beschimpfte Xin die Wachen und Klanführer als nutzlos. Er gewährte ihnen eine letzte Gelegenheit, indem er die Köpfe der Fremden als Preis aussetzte. Hinter dieser Geste lag keine großzügige zweite Chance. Der König wollte, dass Untergebene sich gegenseitig überboten, während er selbst aus sicherer Entfernung entschied, wessen Niederlage als Verrat oder Unwürdigkeit gelten sollte.

In Xins eigener Kammer lösten sich Waffen aus ihren Halterungen. Riesige Äxte schwangen durch festgelegte Bahnen, Stäbe spien Feuer, und Armbrüste schossen über den Raum. Wer nur den König beobachtete, wurde von seinem Palast getroffen. Xin hatte Herrschaft so vollständig als Befehl über Dinge verstanden, dass selbst die Ausstattung seiner Halle keine Ruhe kannte, sobald jemand ihm widersprach.

Macht durch Stellung

Xin schlug mit großer Kraft zu, stieß Gegner zurück und zwang sie damit in die Reichweite seiner bewegten Waffen. Der gefährlichste Teil eines Angriffs lag oft nicht in seinem unmittelbaren Treffer, sondern in der Stelle, an der ein Mensch danach landete. So kämpfte der König wie er regierte: Er setzte andere in Positionen, aus denen die bereits vorbereitete Ordnung sie bestrafen sollte.

Äxte und Armbrüste gehorchten Xin ohne Zweifel. Lebende Untergebene taten es nur, solange Furcht, Ehrgeiz oder gemeinsamer Nutzen ausreichten. Die Niederlagen der Klans und Gekkans hatten diese Grenze sichtbar gemacht. Ein König kann Waffen sammeln und Befehle erteilen, doch ein Reich entsteht nicht aus Gegenständen, die niemals widersprechen können.

Der Palast verliert seinen Herrn

Mit Xins Fall verstummte das Arsenal. Die Waffen blieben Zeugnisse moguischer Kunst und Grausamkeit, aber der Wille, der sie gegen jeden Zweifler gerichtet hatte, war gebrochen. Sein Tod beendete nicht alle Ansprüche der Mogu auf Pandaria. Er zeigte jedoch, wie hohl eine neue Herrschaft blieb, wenn sie nur das alte Imperium nachahmte und aus dessen Untergang einzig gelernt hatte, noch mehr Waffen bereitzuhalten.