Der Weg nach Belagerung des Niuzaotempels
Der Niuzaotempel lag auf einer Insel und war dem Schwarzen Ochsen geweiht, dem Sinnbild standhafter Tapferkeit. Die Mantiden umgingen seine natürliche Abwehr, indem sie über Wurzeln, Harz und eine heimtückisch errichtete Brücke einen neuen Angriffsweg schufen. Ihre Belagerung verband alchemistische Vorbereitung, Angriffswellen, Luftbombardements und rivalisierende Befehlshaber, während gefangene Pandaren im Inneren nach einer Gelegenheit zum Gegenschlag suchten. In Wesir Jin'bak nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Mantiden nutzten gewaltige Wurzeln, um den Abgrund zum Niuzaotempel zu überwinden. Aus diesem lebenden Material trat kostbares Harz aus, ein Stoff, der Bauwerk, Nahrung und Waffe zugleich werden konnte. Jin'bak streifte hinter der Brücke umher und sammelte jeden Tropfen. Für den Wesir war Natur kein Gegenüber, sondern eine Vorratskammer für den Feldzug.
Jin'baks Wissen erlaubte ihm, das Harz zu verändern und in Waffen sowie andere Werkzeuge zu überführen. Seine Arbeit war weniger sichtbar als ein Sturmangriff, aber ebenso wichtig. Jede behandelte Ladung konnte eine Mauer schwächen, Soldaten schützen oder den nächsten Abschnitt der Brücke sichern. Die Belagerung begann damit nicht erst am Tempeltor, sondern im Gefäß eines Alchemisten.
Die Lache wächst
Im Zentrum seines Arbeitsbereichs sammelte sich Harz zu einer dunklen Lache. Kleine Kugeln wanderten darauf zu und ließen sie weiter anwachsen. Je größer sie wurde, desto verheerender konnte Jin'baks Detonation ausfallen. Der scheinbar träge Stoff maß die Zeit auf seine Weise: nicht in Sekunden, sondern in Volumen und der stetigen Annäherung jedes neuen Tropfens.
Die Verteidiger konnten die Lache verkleinern, indem sie selbst in das Harz traten. Dabei haftete Rückstand an ihnen und fraß sich schmerzhaft durch jede weitere Bewegung. Die einzige Möglichkeit, Jin'baks Waffe zu begrenzen, verlangte also unmittelbaren Kontakt mit ihr. Mut bedeutete hier, eine berechenbare Menge Gefahr auf sich zu nehmen, bevor aus dem Ganzen eine unbeherrschbare Explosion wurde.
In regelmäßigen Abständen zündete Jin'bak das angesammelte Harz. Die Wucht spiegelte jede Kugel wider, die den Rand erreicht hatte, und jeden Augenblick, in dem niemand die Lache verkleinert hatte. Der Wesir machte Versäumnisse sichtbar. Was zunächst wie ein kleines, später lösbares Problem wirkte, kehrte gesammelt in einem einzigen Schlag zurück.
Der Nachschub versiegt
Mit Jin'baks Tod verlor die Belagerung ihren wichtigsten Harzalchemisten an diesem Brückenkopf. Die Wurzeln blieben, und auch das Wissen der Mantiden verschwand nicht vollständig, doch die laufende Umwandlung des Stoffes in Waffen endete. Der Weg zum Tempel blieb gefährlich, aber eine leise Produktionsstätte hinter der Front war zum Stillstand gekommen.