Ehre und StärkeBlackmoore
Uuk-Uuk
Bosse

Uuk-Uuk

Uuk-Uuk war selbst unter Ho-zen für seine Wildheit berüchtigt. Mit einer lärmenden Horde brach er in die Brauerei Sturmbräu ein, stach die wertvollen Fässer an und erklärte das Uuktoberfest zum größten Gelage aller Zeiten. Zwischen rollenden Fässern zeigte sich seine Vorstellung von Herrschaft: Wer am lautesten feierte, durfte alles zerbrechen.

Der Weg nach Brauerei Sturmbräu

Im Tal der Vier Winde stand die Brauerei Sturmbräu für ein Handwerk, das Geduld, Gastfreundschaft und die Freude am gemeinsamen Becher verband. Während Chen Sturmbräu in der Ferne nach den Wurzeln seiner Familie suchte, geriet das Haus jedoch außer Kontrolle. Ho-zen plünderten die Fässer, Virmen fraßen die Vorräte, und Onkel Gaos verzweifelter Versuch, alles mit einem vollkommenen Bier zu retten, gab dem Chaos einen eigenen schäumenden Körper. In Uuk-Uuk nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Ho-zen gelten als ungestüm, rasch begeistert und ebenso rasch erzürnt. Uuk-Uuk fiel selbst unter ihnen durch ungewöhnliche Schroffheit und Wildheit auf. Größe und Kraft gaben ihm den Rang, den in seiner Umgebung kaum jemand mit ruhiger Widerrede infrage stellte. Er führte nicht durch geduldige Planung. Er setzte eine Richtung, stieß einen Ruf aus und vertraute darauf, dass genügend Spießgesellen aus Lust am nächsten Tumult folgten.

Für die Familie Sturmbräu waren die Fässer Ergebnis von Ernte, Rezept und langer Reifung. Uuk-Uuk sah darin eine gewaltige Menge fertigen Vergnügens, das nur durch Türen und Besitzer von ihm getrennt war. Seine Horde brach ein, stach Vorräte an und machte aus den Arbeitsräumen einen Festplatz. Der Unterschied zwischen Einladung und Plünderung interessierte niemanden, solange noch Bier floss.

Das Uuktoberfest

Uuk-Uuk gab dem Einbruch einen Namen: Uuktoberfest. Damit wurde Verwüstung in seinen Augen zu Tradition, noch bevor der erste Tag vergangen war. Gelächter, Geschrei und zersplitterndes Holz füllten die Halle. Das Fest kannte keine Gastgeber und keine Stunde, in der aufgeräumt werden sollte. Es lebte allein von der Gewissheit, dass die nächsten Fässer anderen gehörten und deshalb ohne Reue geöffnet werden konnten.

Als Verteidiger die Brauerei betraten, rollten Fässer durch den Raum. Uuk-Uuk hielt sie für Teil des Gelages und zugleich für Geschosse. Wer geschickt genug war, konnte ihren Lauf gegen ihn wenden. Das Bier, das er stehlen wollte, wurde so in seinem schweren Holz zur Waffe gegen den Plünderer. Jede gelungene Kollision machte aus dem scheinbar unkontrollierten Durcheinander für einen Augenblick eine sehr genaue Antwort.

Je länger der Kampf dauerte, desto rasender wurde Uuk-Uuk. Er schlug auf den Boden, warf Gegner zurück und steigerte seine Gewalt, als könne größere Lautstärke eine sich abzeichnende Niederlage rückgängig machen. Seine Wut war kein sorgfältig gehütetes Geheimnis. Sie stand ihm offen im Gesicht und machte ihn gefährlicher, aber auch berechenbarer. Jeder neue Ausbruch zeigte, wie wenig Kontrolle hinter seiner Herrschaft lag.

Die Horde verliert ihren Mittelpunkt

Uuk-Uuks Spießgesellen hatten sich um seine Stärke und das Versprechen endloser Vorräte gesammelt. Als ihr Anführer fiel, verlor das Uuktoberfest seinen Mittelpunkt. Die Ho-zen waren nicht durch eine gemeinsame Zukunft verbunden, sondern durch den gegenwärtigen Rausch. Ohne den größten Lärmenden blieb nur eine geplünderte Halle, deren Fässer nicht von selbst zurück in die Regale sprangen.

Der Sieg über Uuk-Uuk rettete die Brauerei noch nicht. Tiefer im Gebäude fraßen bereits andere Eindringlinge die Zutaten, während Onkel Gao an einem Gebräu arbeitete, das alle Probleme übertreffen sollte. Doch mit Uuk-Uuks Ende wurde aus einem außer Kontrolle geratenen Fest wieder ein Ort, den man zurückgewinnen konnte. Freude am Bier bedeutete hiernach wieder Teilen und Handwerk, nicht das Recht des Stärkeren auf den gesamten Keller.