Der Weg nach Brauerei Sturmbräu
Im Tal der Vier Winde stand die Brauerei Sturmbräu für ein Handwerk, das Geduld, Gastfreundschaft und die Freude am gemeinsamen Becher verband. Während Chen Sturmbräu in der Ferne nach den Wurzeln seiner Familie suchte, geriet das Haus jedoch außer Kontrolle. Ho-zen plünderten die Fässer, Virmen fraßen die Vorräte, und Onkel Gaos verzweifelter Versuch, alles mit einem vollkommenen Bier zu retten, gab dem Chaos einen eigenen schäumenden Körper. In Hopsallus nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Bauern im Tal der Vier Winde kannten Virmen als unermüdliche Plage. Die kleinen Wesen gruben, stahlen und vermehrten sich dort, wo Nahrung reichlich vorhanden war. Hopsallus überragte diese Artgenossen an Größe und Hunger so gewaltig, dass aus gewöhnlicher Sorge ein beinahe mythischer Name wurde. Ein Feld, das am Abend noch Ernte versprach, konnte nach einer Nacht mit ihm nur noch zerkaute Stängel tragen.
Ein Gerücht wächst mit jeder Ernte
Geschichten über Hopsallus wanderten von Hof zu Hof. Wie groß er wirklich sei, wusste kaum jemand, der ihm nahe genug gekommen und danach noch zum Erzählen in der Lage war. Doch jede verschwundene Furche gab dem Gerücht neues Gewicht. Schließlich war er nicht mehr bloß ein besonders großer Schädling, sondern die Verkörperung jener Angst, dass monatelange Arbeit in wenigen dunklen Stunden aufgefressen werden könne.
Die Vorräte der Brauerei Sturmbräu zogen Hopsallus und seinen Nachwuchs an. Säcke und Lagerkammern boten konzentrierte Ernte, geschützt vor Regen, aber nicht vor Zähnen, die sich durch Holz und Stoff arbeiteten. Während Uuk-Uuks Ho-zen das fertige Bier verschütteten, gingen die Virmen an seine Grundlage. Sie bedrohten nicht nur das nächste Fass, sondern alles, was künftig hätte gebraut werden können.
Die Hopflinge kommen
Hopsallus rief Schwärme kleiner Hopflinge in die Halle. Manche stürmten unmittelbar auf ihre Gegner zu, andere trugen Hämmer, und wieder andere wirbelten in gefährlicher Bewegung durch die Menge. Die scheinbar lächerliche Gestalt der Virmen machte ihre Zahl nicht weniger tödlich. Wer nur auf das größte Wesen starrte, fand sich schnell von einer ganzen hungrigen Nachkommenschaft umringt.
Zwischen den Hopflingen lagen Hämmer, mit denen sich mehrere der kleinen Angreifer auf einmal fortschleudern ließen. Wie schon bei den Fässern kehrte die Brauerei ihr Chaos gegen die Eindringlinge. Der Kampf belohnte Aufmerksamkeit statt bloßer Kraft. Ein Werkzeug, das eben noch in den Pfoten eines Virmens lag, konnte den nächsten Schwarm stoppen und für wenige Atemzüge Platz schaffen.
Karottenatem und ungezügelter Hunger
Hopsallus spie einen breiten Atem aus zerkauter Nahrung und drehte sich mit einer Gewalt, die jeden in seiner Nähe traf. Seine Angriffe wirkten wie eine groteske Verlängerung seines Hungers: Was er verschlang, wurde sogleich gegen jene ausgespuckt, die ihn vom nächsten Vorrat trennen wollten. Es gab in ihm keinen Plan für morgen und kein Maß, an dem genug erreicht gewesen wäre.
Mit Hopsallus brach der größte Teil des Virmenansturms zusammen. Reis und Gerste waren verwüstet, doch nicht länger einer Familie endlosen Hungers ausgeliefert. Die Bauern des Tals würden weiter Zäune flicken und Felder bewachen müssen; Virmen verschwanden nicht mit einem einzigen Anführer. Aber die mythische Plage hatte einen Körper bekommen, und dieser Körper konnte aus der Brauerei vertrieben werden.