Der Weg nach Mechanar
Die Mechanar war das technische Kraftzentrum der Festung der Stürme. Nach Kael'thas' Eroberung lenkten Pathaleon und seine Leute Naaru-Maschinen, Manazellen und mechanische Wächter für die Pläne der Blutelfen um. Der Flügel zeigte, wie die Suche nach Heilung für den Magiehunger in ein System aus gestohlener Technik, Dämonenbündnissen und persönlichem Ehrgeiz überging. In Torwächter Gyrotod erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Mo'arg waren keine geistlosen Muskelpakete. In den Armeen der Brennenden Legion bauten, warteten und veränderten sie Maschinen, Waffen und selbst Körper. Gyrotods metallische Gliedmaßen passten daher in die Mechanar, obwohl die Anlage von den Naaru stammte. Kael'thas' Bündnis mit der Legion brachte einen Techniker hervor, der gestohlene Technik mit dämonischer Zweckmäßigkeit bewachte.
Der untere Bereich teilte sich in zwei Flügel. Gyrotod stand auf der einen Seite, Eisenhand auf der anderen. Erst der Tod beider öffnete den Aufzug. Die Konstruktion verhinderte, dass ein einzelner erfolgreicher Angriff genügte. Wer in Pathaleons innere Anlage wollte, musste zwei voneinander getrennte Verteidigungen brechen und damit Zeit, Kraft und Aufmerksamkeit teilen.
Ein Torwächter ohne Tor
Gyrotod stand nicht vor einem einfachen Holztor. Sein eigentlicher Schlüssel war der Zustand seines Körpers und der mit ihm verbundenen Sicherung. Solange er funktionierte, blieb die Anlage verriegelt. So behandelte die Mechanar ihren Wächter wie ein lebendes Bauteil: Dämon, Soldat und Schalter waren in derselben Aufgabe zusammengefügt.
Gyrotod schleuderte Schattenenergie, zerriss Gegner mit seinen Werkzeugarmen und ließ sich von der maschinellen Umgebung nicht bremsen. Was bei einem friedlichen Ingenieur der Reparatur gedient hätte, wurde in seinen Händen zur Waffe. Seine Arbeit bestand nicht darin, Defekte zu beheben, sondern Eindringlinge so vollständig zu zerlegen, dass kein weiterer Schaden an Pathaleons System entstand.
Die Hälfte eines Schlüssels
Mit Gyrotods Fall blieb der Aufzug noch geschlossen. Diese scheinbar unvollständige Wirkung war sein letzter Schutz. Erst Eisenhands Niederlage löste den Mechanismus ganz. Der Torwächter bewies damit noch im Tod, dass Redundanz Macht besitzt: Eine Festung überlebt den Ausfall eines Teils, wenn ihre Ordnung nicht von einer einzigen Wache abhängt.
Als beide Wächter gefallen waren, öffnete sich die Verbindung zu Sepethrea und Pathaleon. Gyrotods Geschichte endete dort, wo sein Zweck erfüllt oder gebrochen war. Er hatte keine eigene Herrschaft über die Festung gesucht. Doch ohne seinen technischen Dienst hätte der größere Plan der Blutelfen seine inneren Räume nie so lange abschirmen können.