Der Jäger der Feuerlande
Shannox gehörte zu den Flammenweckern, humanoiden Feuerwesen, die Ragnaros in seinem Reich dienten. Er war kein Wächter, der an ein Tor gebunden blieb. Als Jäger zog er durch die Feuerlande, suchte Eindringlinge und machte aus dem offenen Gelände sein Revier.
In Ragnaros' Ordnung nahm er eine hohe Stellung ein. Er führte Speer und Fallen, kannte die Wege zwischen Lavafeldern und Felsen und konnte Beute über große Entfernungen verfolgen. Der Einmarsch der Verteidiger Hyjals gab ihm ein Ziel, das er nicht an sich vorbeiziehen lassen wollte.
Wadenbeißer und Augenkratzer
Shannox jagte nicht allein. Zwei gewaltige Kernhunde begleiteten ihn. Wadenbeißer war zäh, gehorsam und auf die Beute seines Herrn abgerichtet. Augenkratzer war wilder und stürzte sich mit kaum kontrollierbarer Wut auf einzelne Gegner.
Die Tiere waren mehr als Begleiter. Shannox' Jagdweise beruhte auf ihrem Zusammenspiel. Während einer die Beute festhielt oder verfolgte, konnte der Jäger Fallen setzen und seinen Speer einsetzen. Wer nur den Herrn beobachtete, ließ den Hunden freie Bahn.
Fallen in einem brennenden Land
Die Feuerlande selbst boten Shannox keine Hindernisse. Hitze, Lava und glühender Boden gehörten zu seiner Heimat. Für sterbliche Eindringlinge waren sie zusätzliche Gefahren. Seine Kristall- und Feuerfallen nutzten diese Unsicherheit und zwangen Gegner, ihre Aufmerksamkeit zwischen Jäger, Hunden und Boden aufzuteilen.
Sein Speer verband die drei Teile der Jagd. Shannox schleuderte ihn über das Feld und rief ihn zurück, während Wadenbeißer die Waffe brachte. Das war keine improvisierte Auseinandersetzung, sondern ein eingespieltes Verfahren, mit dem der Flammenwecker viele Eindringlinge zur Strecke gebracht hatte.
Treue und Verlust
Der Tod seiner Hunde schwächte Shannox nicht auf einfache Weise. Er reagierte mit Zorn und wurde dadurch gefährlicher. Die Tiere waren Werkzeuge seiner Jagd, aber sie gehörten zugleich zu seinem Leben. Ihr Verlust löste keine Flucht aus, sondern eine wütende Fortsetzung des Kampfes.
Darin unterschied er sich von vielen Dienern des Schattenhammers. Shannox brauchte keine Predigt vom Weltende. Er verteidigte sein Revier und seinen Herrn aus einer persönlichen, tief eingeübten Loyalität. Seine Grausamkeit war die eines Jägers, nicht die eines Propheten.
Der Jäger wird zur Beute
Als Shannox fiel, verlor Ragnaros seinen wichtigsten Verfolger im offenen Land. Die Angreifer konnten sich freier durch die Feuerlande bewegen und die übrigen Verteidiger gezielter stellen. Der Jäger, der jeden Eindringling zur Beute machen sollte, war schließlich selbst aufgespürt worden.
Sein Ende war dennoch nur ein Schritt. Vor Sulfuron und Ragnaros standen weitere mächtige Diener. Shannox zeigt in ihrer Reihe die alltägliche Seite eines Elementarreiches: Auch ein Herrscher aus Feuer braucht Kundschafter, Jäger und Wächter. Nicht jede Gefahr wartet am Ende einer Halle. Manche sucht ihre Feinde selbst.