Ehre und StärkeBlackmoore
Sennarth, der kalte Atem
Bosse

Sennarth, der kalte Atem

Sennarth war Kurog Grimmtotems furchtbarste Schöpfung: eine gewaltige Spinne, erfüllt von elementarem Frost und umgeben von einer Brut, die Azeroth mit einem endlosen Winter überziehen sollte.

Kurogs Schöpfung

Sennarth entstand nicht als zufälliges Ungeheuer in den Tiefen des Gewölbes. Kurog Grimmtotem formte und stärkte sie mit der Macht des elementaren Frostes. In ihr verband sich der Instinkt einer Brutmutter mit der gezielten Absicht eines Primalisten, der aus den Urelementen neue Waffen für Raszageths Krieg schaffen wollte.

Kurog betrachtete die Elemente als Kräfte, die sich verdichten, mischen und in lebende Werkzeuge zwingen ließen. Sennarth war sein eindrucksvollster Beweis. Ihr Körper trug Kälte nicht nur wie eine Magie. Frost war in ihre Brut, ihre Netze und ihren gesamten Lebensraum eingedrungen.

Die Brut über dem Abgrund

Hoch in den vereisten Kammern des Gewölbes bewachte Sennarth zahllose Eier. Ihr Auftrag bestand nicht bloß darin, einen Zugang zu versperren. Sie wartete auf den Tag, an dem ihre Nachkommen schlüpfen und sich über Azeroth ausbreiten würden. Wo gewöhnliche Spinnen Netze über einen Raum legen, sollte ihre Brut ganze Länder in einen erstarrten Kokon verwandeln.

Die Kälte machte den Gelegebau zu einem Ort, an dem jeder Schritt gefährlich wurde. Sennarth verteidigte ihre Jungen mit jener erbarmungslosen Klarheit, die keinen Unterschied zwischen Angreifern, Eindringlingen und möglichen Opfern kannte. Für sie war die kommende Verwüstung keine politische Entscheidung, sondern die Zukunft ihrer Brut.

Gerade dieser Instinkt machte Kurogs Plan so wirksam. Sennarth musste nicht überzeugt werden, Raszageth zu dienen. Solange der Krieg den Schutz und die Ausbreitung ihrer Jungen versprach, liefen ihr eigener Wille und das Ziel der Primalisten in dieselbe Richtung. Kurog hatte keine gehorsame Soldatin geschaffen, sondern ein Wesen, dessen natürliches Verlangen bereits zur gewünschten Katastrophe führte.

Der Kampf gegen Sennarth beendete deshalb mehr als die Herrschaft einer einzelnen Kreatur. Mit ihr fiel die Hüterin eines Schwarms, der nach seinem Schlüpfen kaum noch in einer Festung hätte eingedämmt werden können. Das Gewölbe verlor eine seiner langfristigsten Bedrohungen.

Ein Blick auf die Methoden der Primalisten

Sennarth erzählt viel über die Mittel der Primalisten. Sie sprachen von einer Rückkehr zur ursprünglichen Freiheit der Drachen, doch Kurog erschuf Wesen für einen festgelegten Zweck. Die gleiche Bewegung, die titanische Formung als Unterwerfung verurteilte, griff selbst tief in Natur und Leben ein, sobald es ihrem Krieg nützte.

Damit stand Sennarth an einer der Widerspruchslinien dieses Aufstands. Sie war tatsächlich eine machtvolle, eigenwillige Kreatur. Zugleich war ihre Existenz so gelenkt worden, dass ihr einzig möglicher Weg in die Verwüstung führte. Ihr Tod verhinderte den Winter ihrer Brut, nicht aber die Frage, wie viel Freiheit in einer Schöpfung blieb, die von Anfang an als Waffe gedacht war.