Der Weg nach Die Belagerung von Boralus
Boralus war Hafen, Hauptstadt und Herzschlag von Kul Tiras. Während die Stadt noch unter den Folgen von Verrat und Heimkehr litt, führte Priscilla Aschenwind Piraten, Söldner, Azeritgeschütze und eine Kreatur aus der Tiefe gegen ihre Mauern. Die Belagerung wurde zu einem Kampf um Straßen, Palast und Flotte zugleich. In Schreckenskapitänin Luebke nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Boralus war daran gewöhnt, Kriegsschiffe als Schutz seiner Bucht zu sehen. Luebkes Schreckensschiff kehrte dieses Bild um. Seine Kanonen zielten landeinwärts auf den Prachtmeerpalast, den Sitz jener Familie, die Kul Tiras zusammenhalten sollte. Solange das Schiff frei feuern konnte, war jeder Verteidiger gezwungen, nicht nur die Straßen, sondern auch die eigene Flotte als mögliche Waffe des Feindes zu betrachten.
Azerit vergrößert eine alte Drohung
Kanonen hatten schon lange Mauern gebrochen. Azerit machte aus ihnen etwas Unberechenbareres. Die Geschosse trugen die rohe Macht der verwundeten Welt in sich und konnten Stein, Deck und Menschen mit einer Gewalt zerreißen, die gewöhnliches Pulver übertraf. Priscilla Aschenwind, die Azerit für ihre politischen und wirtschaftlichen Pläne genutzt hatte, überließ Luebke genug davon, um Kapitulation glaubhaft zu erzwingen.
Luebke verteidigte den Kai mit einer Besatzung, die auf ihren Rückzug vorbereitet war. Wurde der Druck zu groß, sprang sie zurück auf ihr Schiff und ließ weitere Männer angreifen. Damit verschwand die Befehlshaberin nicht feige aus dem Kampf. Sie nutzte die Distanz, für die ein Schiff gebaut worden war: Ihre Leute banden die Gegner, während die Geschütze aus einer scheinbar sicheren Stellung weiterfeuerten.
Auf engem Boden schwang Luebke ihre Klinge, feuerte aus nächster Nähe und stieß Gegner zurück, als wolle sie eine Enterung abwehren. Selbst an Land dachte sie wie eine Kapitänin. Jeder Rand wurde zur Reling, jeder freie Raum zur Schusslinie. Die Verteidiger mussten ihre Stellung behaupten, ohne sich von der nächsten Salve oder dem nächsten Ausfall der Besatzung auseinanderreißen zu lassen.
Unstabile Munition wechselt die Seite
Zwischen Luebkes Soldaten lagen instabile Geschosse. Wer sie rechtzeitig aufnahm, konnte die Kanone des Schreckensschiffs gegen dessen eigene Bedienung wenden. So wurde Aschenwinds größter Vorteil zum Weg durch ihre Verteidigung. Azerit blieb gleichgültig gegenüber Fahnen. Die Macht, mit der Luebke den Palast erpressen wollte, gehorchte am Ende den Händen jener, die mutig genug waren, sie unter Beschuss zurückzuwerfen.
Jeder beschädigte Geschützstand zwang Luebke erneut an Land. Ihre Besatzung schrumpfte, das Schiff verlor seine sichere Entfernung und die Drohung gegen den Palast wurde leiser. Die Schlacht erzählte damit den Zusammenbruch einer Belagerung im Kleinen: Erst beherrscht der Angreifer Raum und Rhythmus, dann nimmt ihm der Verteidiger Werkzeug um Werkzeug, bis die Befehlshaberin selbst ohne Deckung bleibt.
Sterbend sprach Luebke davon, in unkartierte Gewässer zu segeln. Der Satz passte zu einer Kapitänin, die geglaubt hatte, jede Richtung mit Kanonen bestimmen zu können. Ihr Fall rettete den Palast vor dem unmittelbaren Beschuss, doch der Hafen lag weiterhin unter Angriff. Hinter den verstummten Geschützen erhob sich Hadal Dunkelgrund, und weiter draußen wartete Viq'Goth auf die Flotte, die Luebke nicht hatte brechen können.