Der Weg nach Die Belagerung von Boralus
Boralus war Hafen, Hauptstadt und Herzschlag von Kul Tiras. Während die Stadt noch unter den Folgen von Verrat und Heimkehr litt, führte Priscilla Aschenwind Piraten, Söldner, Azeritgeschütze und eine Kreatur aus der Tiefe gegen ihre Mauern. Die Belagerung wurde zu einem Kampf um Straßen, Palast und Flotte zugleich. In Hadal Dunkelgrund nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Angreifer von Boralus bestanden nicht nur aus Piraten und bezahlten Soldaten. Aus den Tiefen kam Hadal Dunkelgrund, ein Meeresriese, dessen Alter weit über Priscilla Aschenwinds Aufstand hinausreichte. Wer ihn gerufen oder gebunden hatte, stellte eine Gewalt in den Dienst des Krieges, die Kul Tiras sonst nur aus den schlimmsten Geschichten der Seeleute kannte.
Eine Hafenstadt bietet ihm alles, was brechen kann
Hadal fand sich zwischen Gebäuden, Statuen und Zivilisten wieder. Für einen Riesen seiner Größe waren die Zeichen menschlicher Dauer kaum mehr als Hindernisse im flachen Wasser. Er zerschlug Stein und Körper mit derselben Bewegung. Die Belagerung erhielt durch ihn eine andere Größenordnung: Straßenkämpfe mochten gewonnen sein, doch ein einziger Schritt des Riesen konnte vernichten, was mehrere Generationen gebaut hatten.
Wenn Hadal seine Kraft sammelte, kündigte das Zittern den Einschlag an. Seine Schläge trafen nicht nur einen Gegner. Sie machten den Raum um ihn herum unsicher und zwangen die Verteidiger, auf den Rhythmus des gewaltigen Körpers zu achten. Gegen einen solchen Feind half kein Versuch, ihn wie einen gewöhnlichen Soldaten einzukreisen. Jeder musste den Augenblick erkennen, in dem Masse selbst zur Waffe wurde.
Die Gezeitenwelle nimmt die ganze Breite
Hadals gefährlichster Ruf ließ Wasser durch den Kampfplatz brechen. Die Welle füllte beinahe jede offene Linie und hätte Menschen wie Trümmer in den Hafen gerissen. Schutz boten ausgerechnet die Statuen und festen Bauwerke, die der Riese zuvor verachtet hatte. Boralus verteidigte seine Bewohner damit durch seine eigene Gestalt: Stein, den frühere Generationen gesetzt hatten, brach die Gewalt des Meeres für einen entscheidenden Atemzug.
Hadal gehörte dem Meer, kämpfte aber an Land. Diese Grenze machte ihn zugleich furchtbar und verwundbar. Er konnte Gezeiten herbeirufen, doch nicht jede Richtung des Wassers beherrschen. Die Verteidiger kannten Straßen, Deckungen und Abstände besser als die beschworene Kreatur. Was für sie Heimat war, blieb für ihn eine Ansammlung zerbrechlicher Dinge, deren Anordnung er erst im Kampf begriff.
Ob Hadal Aschenwind aus Loyalität, Zwang oder dem einfachen Ruf nach Zerstörung folgte, änderte am Ende wenig. Sie hatte eine uralte Macht in einen sterblichen Bürgerkrieg gezogen. Wie Rothaken und Luebke sollte der Riese Boralus so schwer verwunden, dass politische Rückkehr unmöglich wurde. Stattdessen fiel auch er zwischen den Ruinen, die als Beweis ihrer Entschlossenheit gedacht gewesen waren.
Der letzte Feind liegt jenseits des Kais
Mit Hadals Tod endete der Angriff der Meeresmächte nicht. Sein Wunsch, den Körper dem Meer zurückzugeben, wies bereits hinaus zu Viq'Goth. Der Leviathan griff nicht nur einzelne Gebäude an, sondern bedrohte ganze Galeonen und die Zukunft der kul tiranischen Flotte. Hadal war der Riese im Hafen gewesen; Viq'Goth war die Tiefe selbst, die nach allem griff, was noch schwimmen konnte.