Der Weg nach Tor der Untergehenden Sonne
Das Tor der Untergehenden Sonne war Teil der gewaltigen Mauer, die das Herz Pandarias vor den zyklischen Angriffen der Mantiden schützen sollte. Als der Schwarm früher als erwartet erwachte und die Kaiserin dem Sha der Angst verfiel, kam keine gewöhnliche Angriffswelle. Saboteure, Luftasse, Bodenkommandanten und gewaltige Kriegsbestien griffen wie Teile einer einzigen Belagerungsmaschine ineinander und suchten nicht nur einen Durchgang, sondern den Zusammenbruch der gesamten Verteidigung. In Saboteur Kip'tilak nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Mantiden verließen sich nicht nur auf Zahl, Klauen und Flügel. Ihr Reich entwickelte Waffen und alchemistische Stoffe, mit denen sich eine Schlacht vorbereiten ließ, lange bevor der erste Frontkämpfer den Gegner erreichte. Kip'tilak gehörte zu jenen Spezialisten, die den Krieg als genaue Arbeit mit Ladungen, Wegen und Zeitpunkten verstanden. Seine Aufgabe begann dort, wo eine gewöhnliche Belagerung an dicken Mauern endete.
Hinter den feindlichen Linien
Kip'tilak gelangte in die Befestigungen des Tors, während dessen Verteidiger auf den großen Schwarm außerhalb blickten. Ein Saboteur braucht keine Armee im Rücken, wenn er die tragenden Punkte einer Festung kennt. Jeder Schritt ins Innere sparte den Mantiden später Hunderte Angreifer. Sollte die Mauer fallen, würde kaum jemand unterscheiden können, welcher Stein von außen gebrochen und welcher von innen seines Halts beraubt worden war.
Der Saboteur verteilte Sprengstoffpakete über die Kammer. Solange keine andere Explosion sie berührte, blieben sie ruhig. Gerade diese Stabilität machte sie gefährlich, denn die Verteidiger konnten zwischen ihnen kämpfen und für einen Augenblick vergessen, dass jeder freie Fleck bereits Teil eines geplanten Musters war. Kip'tilak machte aus Boden eine Karte künftiger Feuerlinien.
Sabotage am lebenden Körper
Kip'tilak befestigte Ladungen auch an einzelnen Gegnern. Lief ihre Zeit ab, schossen Explosionen in vier Richtungen davon. Ein betroffener Mensch wurde damit selbst zum möglichen Zünder der verstreuten Munition. Die Gruppe musste Abstand, Richtung und den Standort jedes Pakets bedenken. Freundschaft schützte nicht vor der Ladung; sie zeigte sich darin, dem markierten Gefährten den nötigen Raum zu geben.
Als Kip'tilak unter Druck geriet, warf er weitere Ladungen aus und zündete ganze Felder zugleich. Feuerlinien kreuzten die Kammer und setzten benachbarte Pakete in Bewegung. Die scheinbar zufällige Verteilung enthüllte ihren Zweck als Kettenreaktion. Der Saboteur wollte keinen geordneten Rückzug. Er wollte eine Lage schaffen, in der jeder Versuch zu entkommen die nächste Explosion auslöste.
Der erste Teil der Belagerungsmaschine fällt
Kip'tilaks Tod verhinderte, dass er die ganze Mauer zum Einsturz brachte. Doch über dem Tor kreisten bereits Mantidenflieger, und auf den Zugängen sammelten sich Bodentruppen. Der Sieg beseitigte nur den unsichtbarsten Teil des Angriffs. Seine Geschichte zeigte den Verteidigern, dass die Mauer nicht länger eine klare Grenze zwischen sicherem Innen und feindlichem Außen bildete.