Der Weg nach Zul'Gurub
Zul'Gurub war einst Hauptstadt des Gurubashi-Imperiums und später Hakkars blutiger Tempel. Nach dem ersten Fall des Seelenschinders hätte die Stadt ein Grab vergangener Größe werden können. Doch Jin'dos Geist, Zanzils Elixiere und das neue Bündnis mit den Zandalari riefen Tote, Priester und alte Ansprüche zurück. Die Ruinen erwachten nicht als wiederhergestelltes Reich, sondern als Erinnerung, die jeden früheren Fehler erneut bewaffnete. In Renataki nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Renatakis Beiname sprach nicht von einer wörtlichen Sammlung, sondern von vollkommener Vertrautheit mit immer neuen Wegen des Schneidens. Klingen waren für ihn keine Werkzeuge unter vielen. Sie waren die Sprache, in der er Nähe, Macht und die Reaktion eines verletzten Körpers verstand.
Eine alte Beschreibung nennt Schmerz sein Lebensblut und Furcht seine Verbündete. Darin lag Renatakis Sadismus. Er wollte nicht nur gewinnen. Der Gegner sollte wissen, was kam, und gerade durch diese Erwartung bereits geschwächt werden. Jeder Schnitt begann deshalb im Geist, bevor Metall die Haut erreichte.
Ein Geist im Hort des Wahnsinns
Nach seinem Tod konnte Renataki im Hort des Wahnsinns beschworen werden. Zusammen mit Gri'lek, Hazza'rah und Wushoolay verkörperte er eine eigene Form gefährlicher Erinnerung. Wo der eine Körperkraft, der andere Vision und der dritte Sturm brachte, trug Renataki die bewusste Freude an unmittelbarem menschlichem Leid.
Renataki löste sich aus der Sicht seiner Gegner. Unsichtbarkeit nahm ihm nicht die Anwesenheit; sie verteilte sie über jeden möglichen Winkel des Raums. Jeder Rücken wurde zur Einladung und jedes kurze Zögern zur Frage, ob eine Klinge bereits auf dem Weg war.
Wenn er zurückkehrte, traf der Geist mit schneller Folge und wechselte sein Ziel. Seine Stärke lag nicht im langen Duell gegen einen vorbereiteten Gegner. Er suchte den Augenblick, in dem Aufmerksamkeit anderswo gebunden war, und machte aus Überraschung eine weitere Schneide.
Viele Klingen, ein einziger Hunger
Renataki konnte Waffen schleudern und den Raum mit Angriffen füllen. Trotz aller Vielfalt blieb der Zweck gleich. Es ging nicht um territoriale Verteidigung oder die Rettung eines Volkes. Der Geist wollte Blutvergießen, weil er darin die deutlichste Bestätigung der eigenen Existenz fand.
Mit Renatakis Niederlage endete die beschworene Jagd. Der Geist hatte darauf vertraut, dass Angst Menschen vereinzelt und ihre Blicke zerstreut. Gemeinsam konnten sie jedoch den unsichtbaren Angreifer überstehen, seine Rückkehr erwarten und ihm den Augenblick nehmen, in dem Furcht allein an seiner Seite kämpfte.