Angst über Silbermond
Der Leerensturm hing sichtbar über der Heimat der Blutelfen. Nach all den Katastrophen, die Quel’Thalas erlebt hatte, brauchte niemand den Menschen zu erklären, wie schnell ein sicher geglaubter Himmel aufbrechen konnte. Lithiel erkannte diese Furcht. Wo andere zur Geduld oder zu gemeinsamer Verteidigung rieten, bot sie eine unmittelbare Antwort an: Teufelsmagie.
Lithiel behauptete, ihre Artefakte und Beschwörungen könnten das Volk gegen die Leere wappnen. Diese Behauptung war geschickt, weil sie einen wahren Kern besaß: Teufelsmacht konnte zerstören, was vor ihr stand. Doch sie verschwieg den Preis, die Abhängigkeit und den eigenen Willen beschworener Dämonen. Aus einer Gefahr am Himmel wurde ein Markt unter der Erde.
Ein Reich aus Helfern und Fesseln
Kystia schützte die magische Seite des Geschäfts, Zaen bewegte die Ware und Xathuux verkörperte die Gewalt hinter jedem Versprechen. Lithiel hielt diese Teile zusammen. Sie beschwor Wichtel und Teufelshunde, öffnete dämonische Tore und entzog sich jeder festen Front. Ihre Organisation war wie ihre Magie: beweglich, verführerisch und bereit, andere für ihren Fortbestand zu verbrennen.
Im entscheidenden Kampf ließ Lithiel bösartige Feuerwellen durch die Gasse ziehen und nutzte ihre Tore als einzigen sicheren Durchgang. Wer überleben wollte, musste für einen Augenblick denselben Weg nehmen wie sie. Darin lag das Bild ihrer ganzen Verführung: Zuerst schuf sie eine Gefahr, dann verkaufte sie den Zugang zur Rettung.
Das Ende eines falschen Schutzes
Lithiels Sturz beendete das Schmuggelnetz und nahm der Teufelsmagie ihre selbsternannte Fürsprecherin. Der Leerensturm war damit nicht verschwunden. Gerade deshalb war der Sieg wichtig. Quel’Thalas musste der äußeren Bedrohung begegnen, ohne aus Angst jene Macht erneut einzuladen, die das Reich schon einmal an den Rand des Untergangs geführt hatte.