Aus der Teufelsmagie gerufen
Lithiel brauchte für ihr Geschäft nicht nur Käufer und Lieferanten. Sie brauchte Gewalt, die jede gewöhnliche Wache überforderte. Mit Xathuux rief sie ein Wesen, dessen Kraft selbst unter Dämonen hervorstach. Seine Anwesenheit machte die Mördergasse zu mehr als einem Versteck für Schmuggler; sie gab dem Untergrund einen lebenden Belagerungsrammbock.
Xathuux empfand keine Loyalität zu seiner Beschwörerin. Er hasste die Fessel, die ihren Befehl über seinen Willen stellte. Trotzdem widersetzte er sich nicht, solange der Dienst ihm Zerstörung versprach. Für ihn war Freiheit kein moralischer Wert, sondern nur eine Frage, wer das nächste Ziel auswählte.
Im Kampf wuchs sein Zorn, bis jeder Schritt Teufelsfeuer auf dem Boden hinterließ. Äxte rissen Licht in die Dunkelheit, Legionstreiche zerschmetterten Rüstung und aus Wut wurde eine Landschaft aus brennenden Wegen. Xathuux kannte keine Verteidigung eines Ortes. Er verteidigte nur die Möglichkeit, weiter zu verwüsten.
Lithiels gefährlichster Beweis
Der Dämon widerlegte Lithiels Behauptung, Teufelsmagie lasse sich einfach zum Schutz ihres Volkes einsetzen. Sie konnte Xathuux befehlen, aber nicht seinen Hass entfernen. Jede Beschwörung bewahrte einen eigenen Hunger. Ein einziger gebrochener Zwang hätte genügt, um die angebliche Schutzmacht gegen die Mördergasse selbst zu wenden.
Mit Xathuux verlor Lithiel ihre stärkste offene Drohung. Der Dämon fand im Tod vielleicht eher das Ende seiner Bindung als in jedem Dienst, den er freiwillig gewählt hätte. Für die Blutelfen blieb eine deutlichere Lehre: Wer Zerstörung an eine Kette legt, besitzt damit noch lange keinen gehorsamen Beschützer.