Von Bitte zu Zwang
Haromm und Kardris standen für eine Form des Schamanismus, die den Grundgedanken der Tradition umkehrte. Haromm hatte zuvor zahlreiche Schamanen gelehrt, die Elemente ehrfürchtig um Hilfe zu bitten. Im Dienst Garroshs wurde daraus Dunkelschamanismus: Die Elemente sollten nicht antworten, sondern gehorchen.
Die Wahre Horde nahm, was sie begehrte. Dieser Satz aus der Zeit der Belagerung beschreibt nicht nur ihre Politik gegenüber Gegnern, sondern auch die Macht der Dunkelschamanen. Erd-, Wasser-, Feuer- und Luftkräfte wurden durch Zwang verdreht und hinterließen verbrannte Asche, verdorbenes Wasser und giftige Luft.
Die Verteidiger des inneren Tores
Während der Belagerung verteidigten Haromm und Kardris die inneren Zugänge Orgrimmars. Nach dem Fall des Eisernen Kolosses mussten die Angreifer durch die Stadt vorrücken; dort standen ihnen nicht nur Kor’kron-Soldaten, sondern auch diese beiden Schamanen entgegen. Die Elemente wurden dabei nicht als Verbündete der Stadt gezeigt, sondern als missbrauchte Mittel einer Verteidigung, die keine Grenzen mehr kannte.
Haromm und Kardris ergänzen sich in der Überlieferung vor allem als Paar dieser Front. Die Quellen machen aus ihnen keine eigenständige philosophische Schule und auch keinen geheimen Kult. Sie zeigen zwei Kor’kron-Schamanen, die Garroshs Befehl annahmen und ihre Kunst für die militärische Sicherung seiner Herrschaft einsetzten.
Was ihr Einsatz sichtbar macht
Die Gewalt der Dunkelschamanen erhält ihr Gewicht gerade durch den Kontrast zu dem, was Haromm einst unterrichtet hatte. Schamanismus in der orcischen Tradition beruht auf einem Verhältnis, in dem die Elemente um Hilfe ersucht werden können, aber keine verfügbaren Werkzeuge sind. Garroshs Armee behandelte auch sie wie Besitz. Darin liegt die Anklage dieser Begegnung: Nicht die Elemente wurden stärker, sondern ihre Gefangenschaft wurde gründlicher organisiert.