Der Weg nach Düsterbruch
Düsterbruch war einst Eldre'Thalas, doch im Norden errichteten die Gordunnioger nach dem Zweiten Krieg ein neues Reich in den Gemeinschaftshallen. Bei den Gordok galt Herrschaft als Titel des stärksten Überlebenden: Wer den König tötete, konnte selbst seine Krone beanspruchen. Deshalb führte der klügste Weg nicht durch die Vernichtung des ganzen Hofes, sondern durch Täuschung, umgangene Wachen und einen letzten Kampf, nach dem frühere Gegner den Sieger mit Geschenken begrüßten. In König Gordok erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Nach dem Zweiten Krieg führte ein König Gordok die Gordunnioger über das Meer. Bis zum Jahr 10 ließen sie sich in den Ruinen von Düsterbruch nieder und machten aus Teilen Eldre'Thalas' ein neues Reich mit Arenen, Wachen und einem Hof, der wenig mit den verbliebenen Shen'dralar gemein hatte. Die Stadt erhielt damit einen weiteren Erben, der nicht aus ihren Archiven, sondern aus Eroberung Anspruch ableitete.
Ein Name wird zum Amt
Bei den Gordok war König Gordok nicht nur die Bezeichnung eines einzelnen Mannes. Wer den herrschenden König tötete, konnte seinen Platz und damit auch den Namen übernehmen. Die Ordnung war brutal, aber verständlich: Stärke bewies sich nicht durch Abstammung allein, sondern im Augenblick, in dem ein Herausforderer den bisherigen Träger überlebte.
Der Oger Ulrok wollte die Krone, ohne allein gegen einen ausgeruhten König anzutreten. Er überzeugte zwölf der stärksten Krieger seines Volkes, gleichzeitig zu rebellieren. Jeder mochte glauben, nach dem gemeinsamen Sieg selbst eine Chance auf den Thron zu besitzen. Ulrok brauchte nur dafür zu sorgen, dass sie einander und den König zuerst schwächten.
Der Tag des Blutes
Die Herausforderung wurde zu einem wilden Gemetzel. Viele Kämpfer starben, andere blieben schwer verwundet, und der alte König war vom Kampf erschöpft. Dann griff Ulrok ein. Er tötete die Überlebenden und schnitt den geschwächten Herrscher nieder. Noch lange sprachen die Oger leise vom Tag des Blutes, an dem Klugheit, Feigheit und Stärke gemeinsam eine neue Krone geschaffen hatten.
Cho'Rush, der sonst keine Seite wählte, stellte sich während Ulroks Aufstieg hinter ihn. Der neue König ernannte den zweiköpfigen Oger zum wichtigsten Berater. Gordok glaubte, zwei Köpfe bedeuteten doppelten Nutzen. Cho'Rush wiederum verstand, dass Nähe zum Sieger sicherer war als stolze Neutralität nach dessen Sieg.
Unter Gordok bewachten Mol'dar, Fengus und Slip'kik die Hallen, Kreeg schlief bei seinem Bier und Krombruch führte die Elite. Jeder trug Hoffnung, Eitelkeit oder einen eigenen kleinen Plan mit sich. Der König hielt diesen ungleichen Hof nicht durch feine Verwaltung zusammen, sondern durch die einfache Gewissheit, dass offene Herausforderung mit dem Tod beantwortet wurde.
Flüstern aus dem Smaragdgrünen Alptraum
Schreckliche Stimmen aus dem Smaragdgrünen Alptraum bedrängten Gordoks Geist und trieben ihn zu Wahnsinn und wahllosem Mord. Er schickte seinen Klan gegen jeden, den er finden konnte. Als die Horde im Jahr 25 gegen die Gordunni vorging, entdeckte sie daher hinter der bekannten Brutalität noch eine fremde Macht, die den König tiefer in das Schlachten drängte.
Eindringlinge konnten den Hof fast vollständig vernichten und sich den Weg freikämpfen. Der klügere Weg ließ möglichst viele Anführer leben: Schlüssel wurden gestohlen, Kreeg umgangen, Slip'kik eingefroren und Krombruch mit einem Ogeranzug fortgelockt. Erst am Thron fiel Gordok. Weil der Sieger damit nach Gordokrecht König geworden war, verwandelten sich die verschonten Gegner in Untertanen und ihre gehorteten Schätze in Tribut.
Eine Krone bis zum Verlassen der Halle
Der neue König erhielt Geschenke, Stärke und Anerkennung, konnte den Titel aber nicht aus Düsterbruch hinaus in die Welt tragen. Sobald er ging, bestimmten die Oger einen anderen Herrscher. Diese Begrenzung entlarvte die Krone als lokale Übereinkunft. Gordoks Macht war groß genug, seine Hallen zu beherrschen, aber nicht stark genug, die Regel zu überleben, auf der sie beruhte: Jeder König bleibt König, bis ein anderer den Raum verlässt oder ihn tötet.