Ehre und StärkeBlackmoore
Hohepriesterin Azil
Bosse

Hohepriesterin Azil

Azil war eine Herrin des Zwielichtrats und eine der wenigen Kultistinnen, die unmittelbaren Kontakt mit den finsteren Meistern des Schattenhammers überlebten. Ihr Verstand zerbrach dabei fast vollständig. Im Steinernen Kern herrschte sie durch Furcht, Schwerkraft und Anhänger, die sich auf ihren bloßen Wunsch hin opferten.

Der Weg nach Der Steinerne Kern

Im Herzen Tiefenheims führte der Steinerne Kern zum Tempel der Erde und damit zu jenem Weltpfeiler, dessen Bruch Azeroth zu zerreißen drohte. Todesschwinges Schattenhammer besetzte die Gänge, während versklavte Kreaturen Elementium für seine Rüstung geborgen hatten. Zwischen lebendem Fels und schwebenden Abgründen kämpfte deshalb nicht nur eine kleine Gruppe um einen Durchgang, sondern eine ganze Welt um ihr tragendes Fundament. In Hohepriesterin Azil nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.

Azil stand nicht am Rand des Schattenhammers. Als eine der Herrinnen des Zwielichtrats gehörte sie zu jenen, die Befehle deuteten, Rituale leiteten und niedere Kultisten in den Tod schickten. Ihre Stellung beruhte auf Wissen, doch dieses Wissen führte nicht zu größerer Freiheit. Je näher sie den eigentlichen Meistern kam, desto weniger blieb von einem eigenen Leben übrig.

Die Nähe zu finsteren Meistern

Nur wenige überlebten den unmittelbaren Kontakt mit den Mächten, denen Cho'galls Kult diente. Azil überlebte körperlich. Ihr Verstand kehrte jedoch nicht unversehrt zurück. Was sie gesehen, gehört oder in sich aufgenommen hatte, ließ sich nicht mehr in gewöhnliche Gedanken fassen. Aus der Überlebenden wurde eine Priesterin, deren Wahnsinn von ihren Anhängern als besondere Weihe gefürchtet wurde.

Niedere Kultisten warfen sich zu Boden, sobald Azil es verlangte. Manche ließen sich ohne Zögern opfern. Ihre Hingabe war nicht bloß religiöse Überzeugung, sondern die Gewissheit, dass Ungehorsam ein noch schlimmeres Ende bringen könnte. Azil musste keine Liebe wecken. Es genügte, dass jeder in ihrer Nähe glaubte, sie könne Gedanken an Widerstand bereits hören.

Azil hob Gegner mit unsichtbarer Kraft an, schleuderte sie durch die Kammer und schützte sich auf einem erhöhten Altar. Unter ihrer Führung wurde selbst die Schwerkraft zur Priesterhand: Sie kniete nicht vor der Erde, sondern zwang Körper, ihren festen Bezug zu ihr zu verlieren. Was oben und unten bedeutete, entschied für Augenblicke allein ihr Wille.

Die eigenen Anhänger werden zu Geschossen

Während Azil außerhalb unmittelbarer Reichweite schwebte, rief sie Kultisten herbei und griff nach ihnen. Sie warf die Menschen wie Steine auf ihre Feinde. Der Vorgang enthüllte die letzte Stufe ihres Glaubens. Ein Anhänger durfte nicht nur sterben; sein Körper musste im Tod noch eine brauchbare Flugbahn haben.

Dunkle Brunnen zogen alles in ihrer Nähe an und zermalmten Unvorsichtige. Zugleich konnten sie gegen die heranstürmenden Kultisten genutzt werden. Azils Macht fraß dadurch die eigenen Reihen, sobald Gegner ihre Bewegungen klug lenkten. Eine Herrschaft, die Menschen nur als Material begreift, verliert nichts aus Gewissensnot, wohl aber sehr viel an einen veränderten Winkel.

Mit Azils Fall brach die Führung des Schattenhammers im Steinernen Kern. Der Weg zum Tempel der Erde wurde frei, und die Verteidiger konnten sich wieder auf den beschädigten Weltpfeiler konzentrieren. Hinter ihnen blieb eine Hohepriesterin, die den Blick ihrer Meister überlebt und gerade dadurch fast alles verloren hatte, was einen Sieg für sie persönlich noch hätte bedeuten können.