Der Weg nach Düsterbruch
Düsterbruch war einst Eldre'Thalas, doch im Norden errichteten die Gordunnioger nach dem Zweiten Krieg ein neues Reich in den Gemeinschaftshallen. Bei den Gordok galt Herrschaft als Titel des stärksten Überlebenden: Wer den König tötete, konnte selbst seine Krone beanspruchen. Deshalb führte der klügste Weg nicht durch die Vernichtung des ganzen Hofes, sondern durch Täuschung, umgangene Wachen und einen letzten Kampf, nach dem frühere Gegner den Sieger mit Geschenken begrüßten. In Hauptmann Krombruch erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Krombruch kommandierte die furchterregenden Wachen, die durch die Ruinen patrouillierten. Sein Amt verlangte mehr als persönliche Stärke. Er hielt die kampferfahrensten Oger des Königs zusammen und besaß den Schlüssel zu den Fesseln wichtiger Gefangener. Wer an ihm vorbeiwollte, näherte sich bereits dem innersten Hof.
Zorn als politische Disziplin
Eine Beleidigung gegen Gordok oder Krombruch genügte, um den Hauptmann in Gewalt zu treiben. Widerspruch beendete er schnell und endgültig. Der Jähzorn war persönlich, diente aber zugleich dem Regime: Wenn jedes unvorsichtige Wort tödlich werden konnte, lernte ein Hof, nur noch in gedämpften Stimmen zu sprechen.
Besonders empfindlich reagierte Krombruch auf Gerüchte über eine lange zurückliegende leidenschaftliche Verbindung zu einem Gnoll. Ob diese Beziehung je bestand, ist nicht belegt. Sicher ist nur, dass das Gerücht genug Macht über ihn hatte, um seine ohnehin geringe Geduld vollends zu vernichten.
Der Gordokogeranzug
Ein gut gefertigter Ogeranzug konnte Krombruch täuschen. Wer darin glaubwürdig sprach, lockte den Hauptmann mit einer erfundenen Angelegenheit von seinem Posten fort. Die List war umso wirkungsvoller, weil sie nicht seine Augen, sondern sein Selbstbild angriff: Ein wichtiger Offizier erwartete wichtige Botschaften und sah daher, was zu seinem Rang passte.
Wer Krombruch fortlockte, konnte den Thron erreichen, ohne die Elitewache zu erschlagen. Das war der Kern des Gordoktributs. Jeder verschonte Offizier bewahrte später Beute, Wissen oder Hilfe, die ein vollständig entvölkerter Hof nicht mehr geben konnte.
Der Hauptmann wechselt nicht das Amt
Nach Gordoks Tod akzeptierte Krombruch den Sieger als neuen König und bot sogar unerledigte Angelegenheiten seines alten Herrn an. Der Hauptmann musste seine Identität nicht neu erfinden. Er kommandierte weiterhin die Gordokelite; nur der Name auf dem Thron hatte sich nach den Regeln seines Volkes geändert.