Ehre und StärkeBlackmoore
Halkias, der Sündenbefleckte Goliath
Bosse

Halkias, der Sündenbefleckte Goliath

Halkias wuchs aus vernachlässigten Sündensteinen zu einem gewaltigen Golem heran. Der Oberste Kämmerer teilte seine Anima auf mehrere Splitter, um ihn zu bändigen; als diese Gefäße zerbrachen, setzte sich die angesammelte Schuld wieder in Bewegung.

Der Weg nach Hallen der Sühne

In den Hallen der Sühne hatte die Anklägerin Seelen mit ihren Sünden konfrontiert, damit Reue möglich wurde und Anima aus freiwillig abgelegter Schuld hervorging. Nach ihrer Gefangennahme übernahm der Oberste Kämmerer den Ort. Er hortete die gewonnene Anima, machte aus Sündensteinen Waffen und ersetzte Läuterung durch Unterwerfung. Der Weg durch die Hallen führte daher nicht gegen Abbitte, sondern gegen ihren Missbrauch. In Halkias, der Sündenbefleckte Goliath nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Ein Sündenstein war in Revendreth als unbewegliche Aufzeichnung gedacht. Er trug die Vergehen einer Seele, damit Wahrheit nicht hinter Ausreden verschwand und Abbitte einen konkreten Anfang fand. In den Hallen sammelten sich zahllose solcher Zeugnisse. Unter der Anklägerin gehörten sie zu einem Weg der Läuterung. Unter dem Kämmerer wurden sie vernachlässigt, gehortet und ihrer eigentlichen Aufgabe beraubt.

Aus unbeachteter Schuld wächst ein Körper

Die Macht in den Steinen blieb nicht still. Sünden, die niemand mehr aufarbeitete, verbanden sich mit Anima und gaben Halkias Gestalt. Der Goliath war keine einzelne verurteilte Seele. Er bestand aus aufgeschobenen Urteilen und Leiden, die als Rohstoff behandelt worden waren. Je länger die Hallen Abbitte nur spielten, desto größer wurde das Wesen, das aus ihrer unverarbeiteten Schuld hervorging.

Selbst die Diener des Obersten Kämmerers konnten Halkias nicht zuverlässig kontrollieren. Statt den Missbrauch zu beenden, teilten sie seine Anima auf mehrere Sündensteingolemsplitter. Diese Wächter trugen Teile des Goliaths durch die Höfe. Die Lösung war typisch für das neue Regime: Das Problem wurde nicht geheilt, sondern verteilt, bewacht und so lange verborgen, bis niemand mehr die einzelnen Fragmente als Teil derselben Katastrophe erkannte.

Die Splitter kehren zusammen

Wer Halkias erreichen wollte, musste zuerst seine Splitter brechen. Mit jedem gefallenen Golem verlor die künstliche Trennung ihren Halt. Schließlich sammelte sich die Anima erneut und der vollständige Goliath erhob sich. Die Schlundgänger befreiten dadurch bewusst jene Gefahr, die der Kämmerer nur notdürftig gebunden hatte. Erst ein ganzer Gegner konnte endgültig besiegt werden; verstreute Schuld hätte andernfalls weiter in jedem Winkel der Hallen gearbeitet.

Halkias zwang seine Gegner in die Nähe seiner eigenen Ausstrahlung. Wer den schützenden Bereich verließ, wurde von Furcht und Dunkelheit ergriffen. Zugleich zertrümmerten seine Schläge den Boden und ließen Trümmer zurück. Der Raum wurde enger, je länger der Kampf dauerte. So machte der Goliath körperlich spürbar, was die Hallen moralisch geworden waren: eine Ordnung, die Sicherheit versprach, während sie den möglichen Weg mit jedem Urteil weiter verstellte.

Schuld ist kein Baumaterial

Der Fall des Goliaths öffnete den Zugang zum inneren Teil der Hallen. Er bewies aber auch, dass Sündensteine nicht deshalb harmlos waren, weil sie reglos aussahen. Erinnerung verlangte eine Antwort. Wurde sie nur gelagert, ließ sich ihre Macht von jedem verwenden, der ein Gefängnis, einen Wächter oder einen Golem brauchte. Halkias war das Gewicht all dessen, was der Kämmerer nicht mehr als Geschichte einzelner Seelen hören wollte.

Halkias konnte keine Reue empfinden und keine Vergebung gewähren. Dennoch stand er als erstes großes Urteil im Weg. Darin lag die Perversion der Hallen: Eine Masse fremder Sünden entschied durch Gewalt, wer weitergehen durfte. Seine Zerstörung war kein Freispruch für die Eindringlinge. Sie stellte nur die Möglichkeit wieder her, hinter den Steinen jene Verantwortlichen zu erreichen, die aus Abbitte eine Maschine zur Gewinnung von Anima gemacht hatten.