Ehre und StärkeBlackmoore
Globgrog
Bosse

Globgrog

Globgrog entstand, als Fleisch, Schleime und die unentzifferbaren Seuchen des zerstörten Hauses ineinanderliefen. Das Wesen bewachte diese giftige Hinterlassenschaft nicht aus Pflicht, sondern mit dem blinden Besitztrieb einer Katastrophe, die zu laufen gelernt hatte.

Der Weg nach Seuchensturz

Das Haus der Seuchen hatte Maldraxxus mit Tinkturen, Giften und lebenden Kampfstoffen versorgt, bis eine Explosion seinen Sitz zerriss. Danach floss das Werk zahlloser Seuchenerfinder ungehindert durch die Ruinen. Schleime verschmolzen, Experimente verselbstständigten sich, Überlebende suchten zwischen den Trümmern nach Macht, und tief unter allem blieb Markgräfin Stradama in dem Untergang gefangen, der ihr Haus vernichtet hatte. In Globgrog nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Als das Haus der Seuchen zerbrach, entkam nicht eine einzelne Krankheit. Unzählige Rezepturen, lebende Schleime und verstümmelte Überreste stürzten ineinander. Niemand konnte später noch sagen, welche Wirkung zu welchem Versuch gehört hatte. Aus diesem Gemisch wuchs Globgrog. Er war kein geplanter Soldat und keine sorgfältig benannte Erfindung, sondern der Augenblick, in dem eine chemische Katastrophe genügend Fleisch fand, um sich selbst fortzubewegen.

Der Schatz eines Wesens ohne Vergangenheit

Globgrog bewachte die ausgelaufenen Seuchen mit fanatischer Wut. Für andere waren die Becken eine Gefahr oder eine begehrte Waffe; für ihn bildeten sie die einzige Welt, aus der er hervorgegangen war. Ein Geschöpf ohne Haus, Rang und Erinnerung machte den giftigen Schlamm zu seinem Besitz. Wer sich den Ruinen näherte, bedrohte damit nicht nur eine Ressource, sondern alles, was Globgrog überhaupt als Herkunft empfinden konnte.

Sein Körper wirkte, als hätte eine zähe Flüssigkeit versucht, sich an die Form eines lebenden Wesens zu erinnern. In ihr lagen Knochen und Muskelreste, doch keine klare Anatomie hielt sie dauerhaft zusammen. Jeder Schritt ließ Masse nachgeben und neu gerinnen. Das machte Globgrog nicht formlos, sondern anpassungsfähig: Wo ein gewöhnlicher Leib eine Wunde trug, konnte sich bei ihm bereits ein neuer Klumpen sammeln.

Der Körper ruft sich selbst zu Hilfe

Im Kampf lösten sich Schleime aus seiner Umgebung und bewegten sich zu ihm. Große Pestklumpen wollten die Masse ihres Herrn erneuern, kleinere Stücke trugen eigene gefährliche Wirkungen mit sich. Globgrog kämpfte dadurch nie wirklich allein. Der Raum um ihn war ein ausgelagerter Teil seines Körpers, und jeder herankriechende Tropfen stellte die Frage, ob das Wesen gerade geheilt wurde oder nur zu seiner ursprünglichen Größe zurückfand.

Andere Kreaturen fraßen sich durch alles, was zwischen ihnen und Globgrog stand. Das Haus der Seuchen hatte Stoffe erschaffen, die unterscheiden sollten, wen sie stärkten und wen sie töteten; nach seinem Fall waren solche Grenzen verloren. Der Schleim folgte Konzentration, Wärme und chemischer Anziehung. Freund und Feind waren Begriffe für Wesen mit Erinnerung. Globgrogs Welt kannte nur Masse, die aufgenommen werden konnte, und Bewegung, die seine Becken störte.

Die erste Grenze in den Ruinen

Die Schlundgänger mussten die nachströmenden Schleime aufhalten und zugleich den riesigen Körper brechen. Erst als Globgrog zerfiel, öffnete sich der Weg tiefer in Seuchensturz. Sein Tod reinigte den Ort nicht. Ringsum blieben Becken, Dämpfe und Rezepturen bestehen. Er beseitigte lediglich den Wächter, der aus all diesen Resten entstanden war und jede Veränderung der Katastrophe als Angriff auf sich selbst verstanden hatte.

Hinter Globgrog suchten Doktor Ickus und Domina Giftklinge nach Möglichkeiten, die freigesetzte Macht zu nutzen. Das formlose Wesen hatte bereits gezeigt, worin der Irrtum lag. Die Seuchen waren kein ordentlich gelagertes Arsenal mehr, das nur den richtigen Besitzer brauchte. Sie hatten neue Verbindungen geschaffen, eigene Bewegungen entwickelt und ein lebendes Geschöpf hervorgebracht. Wer sie Werkzeug nannte, übersah, dass das Werkzeug längst begonnen hatte, seine Umgebung zu verschlingen.