Der Weg nach Schwarzfelstiefen
Die Schwarzfelstiefen bilden das Herz der Schattenseite, jener gewaltigen Stadt, die der Dunkeleisenklan tief im Schwarzfels errichtete. Nach der Beschwörung Ragnaros' lebten die Zwerge zwischen eigener Krone und dem Zwang des Feuerfürsten. Gefängnisse, Arena, Manufaktur, Schenke, Gruft und imperialer Sitz lagen nicht wie getrennte Verliese nebeneinander, sondern wie Organe eines Reiches: Jeder Raum hielt die Herrschaft Dagrans am Leben und zeigte zugleich, welchen Preis sein Volk für Macht, Stolz und die Hoffnung auf Freiheit bezahlte. In Fineous Dunkelader erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Franclorn Schmiedevater hatte die Schattenseite entworfen und dem Dunkeleisenreich Räume gegeben, die noch lange nach seinem Tod Macht ausstrahlten. Fineous trat als oberster Architekt in diese gewaltigen Spuren. Mit dem Amt erhielt er Eisenhöll, Franclorns berühmten Hammer. Das Werkzeug war Auszeichnung, Verpflichtung und ständige Erinnerung daran, dass jeder eigene Entwurf mit dem Werk eines Toten verglichen wurde.
Der Ruf des Plagiators
Lange hieß es, Fineous habe die Ideen begabterer Steinmetze als eigene ausgegeben. Selbst Franclorns Geist zürnte dem Nachfolger und verlangte Eisenhöll zurück. Spätere Geschichte machte den Vorwurf komplizierter. Fineous' Tochter Fenella hatte gestohlene Pläne dem Imperator im Namen ihres Vaters vorgelegt. Als die Täuschung sichtbar wurde, ließ Fineous seinen eigenen Ruf fallen, damit ihrer bestehen konnte.
Fineous ging mit der Lüge weiter und trug die Schande, obwohl sie nicht aus seinem ersten Betrug entstanden war. Das entschuldigte nicht jede spätere Entscheidung. Er hielt einen fremden Entwurf unter seinem Namen am Hof und ließ damit andere für eine falsche Urheberschaft arbeiten. Doch sein Motiv war nicht nur Eitelkeit. Ein Vater machte sich kleiner, damit die Tochter eine Zukunft als Architektin behalten konnte.
Der Geist fordert Eisenhöll
Franclorn konnte diese verborgene Familienentscheidung nicht oder wollte sie nicht gelten lassen. Sein Geist verlangte, Fineous zu töten und den Hammer am Schrein von Thaurissan niederzulegen. Wer den Auftrag erfüllte, erhielt den Schattenschmiedeschlüssel und damit Zugang zu großen Teilen der Stadt. So hing die Bewegungsfreiheit Fremder an einem Streit um Erbe, Name und ein Werkzeug, das beide Architekten für sich beanspruchten.
Fineous starb, als Magni Bronzebart eine Gruppe in die Tiefen führte, um seine Tochter Moira zu retten. Eisenhöll wurde ihm abgenommen und zu Franclorns Schrein gebracht. Der Architekt fiel damit nicht nur wegen seines schlechten Rufs, sondern mitten in einem Familienkonflikt, der die Zukunft des gesamten Dunkeleisenklans verändern sollte.
Fenella baut nach dem Vater weiter
Fenella Dunkelader teilte den schlechten Ruf ihres Vaters nicht und wurde später eine der führenden Architektinnen unter Königin Moira Thaurissan. Darin liegt Fineous' tragischster Erfolg. Sein Schweigen bewahrte offenbar genau die Laufbahn, für die er sich beschmutzen ließ. Die Tochter baute weiter, während der Vater in der Erinnerung als Mann blieb, der fremde Pläne gestohlen hatte. Erst eine vollständigere Chronik kann beide Wahrheiten nebeneinanderstellen.