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Dreschzahn der Spöttische
Bosse

Dreschzahn der Spöttische

Dreschzahn, der Bruder des Rabenwehr-Wächters Stachelfaust, sollte die große Bibliothek der Kathedrale von Eindringlingen säubern. Er verachtete Bücher und zertrampelte die Werke, die er bewachen musste, bis ihre verzauberten Geschichten selbst gegen ihn und seine Feinde erwachten.

Der Weg nach Die Kathedrale der Ewigen Nacht

Die oberen Kammern des Grabmals des Sargeras waren einst ein Tempel Elunes. Nach dem Einfall der Legion wurden Gärten, Bibliothek und Altar geschändet. Während Legionsrichter an der Verheerten Küste die Hauptmacht banden, trug eine kleine Gruppe die Aegis von Aggramar durch die Kathedrale, um Aegwynns Schutzplan zu vollenden und den Zugang zum Grabmal zu versiegeln. In Dreschzahn der Spöttische nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Dreschzahn war der widerwärtige Bruder Stachelfausts, jenes Mo'arg, der in der Rabenwehr diente. Beide gehörten zu einer Legion, die eroberte Orte mit brutalen Aufsehern besetzte. Während Stachelfaust gefangene Dämonenjäger bewachte, erhielt Dreschzahn die Bibliothek der Kathedrale. Der Auftrag verlangte nicht, dass er ihren Wert verstand. Er sollte lediglich jeden töten, der zwischen den Regalen nach Wissen oder einem Weg zur Aegis suchte.

Bücher sind für ihn nur Hindernisse

Die große Bibliothek bewahrte uralte Folianten und Artefakte aus der Zeit des Elunetempels. Dreschzahn sah darin weder Erinnerung noch Macht, die mit Geduld erschlossen werden musste. Er genoss es, Seiten unter seinen Füßen zu zerreißen und Einbände mit der Keule zu zerschlagen. Seine Verachtung war für die Legion nützlich: Wer Wissen lächerlich machte, stellte keine Fragen darüber, weshalb ein Heiligtum besetzt oder ein Relikt vernichtet werden sollte.

Dreschzahn kämpfte mit weiten, ungenauen Schlägen. Seine Keule traf nicht nur Gegner, sondern alles, was um ihn stand. Wenn er sie um den äußeren Ring der Bibliothek schleuderte, wurden selbst entfernte Wege gefährlich. Der Mo'arg behandelte Architektur, Bücher und eigene Deckung als verbrauchbares Material. Seine Stärke füllte den Raum, doch sie gab ihm keine Kontrolle über die Folgen des nächsten Schrittes.

Spott wird zur geraden Angriffslinie

Sobald Dreschzahn ein Ziel fixierte, senkte er den Kopf und stürmte in gerader Linie los. Wer vor ihm stehen blieb, wurde zermalmt. Wer sich rechtzeitig hinter ein massives Regal stellte, ließ den Mo'arg gegen jene Bücherwand prallen, die er ohnehin zerstören wollte. Zum ersten Mal wurde seine Geringschätzung berechenbar. Er konnte dickes Holz nicht von einem schwachen Gegner unterscheiden, solange beides zwischen ihm und seinem Zorn lag.

Zerbrach ein Regal, erwachten verzauberte Bücher. Satirische Werke verschluckten jeden Laut und brachten Zauber zum Schweigen. Fiktionen lösten Runen aus ihren Seiten und fesselten Füße. Die Lebensbeschreibung eines vergessenen Zauberers zog Leser in einen betörenden Bann. Wissen erwies sich damit nicht als stilles Opfer. Jede Gattung verteidigte sich auf ihre eigene Weise und machte den Kampf unberechenbarer.

Seine Zerstörung hilft und schadet zugleich

Die Regale waren Schutz vor Dreschzahns Ansturm und Quelle neuer Gefahren. Niemand konnte die Bibliothek retten, indem er einfach jeden Zusammenstoß vermied, denn dann traf der Mo'arg sein lebendes Ziel. Niemand durfte jedes Brett bedenkenlos opfern, weil die befreiten Bücher den Saal füllten. Der Weg lag in bewusster Auswahl. Ausgerechnet zwischen den Werken, die Dreschzahn für nutzlos hielt, wurde Aufmerksamkeit wichtiger als rohe Kraft.

Als Dreschzahn fiel, begriff er zu spät, dass sein Angriff nicht durchdacht gewesen war. Die Bibliothek blieb beschädigt, aber der Weg zur Aegis war offen. Sein Ende war mehr als eine grobe Komödie über einen dummen Wächter. Es zeigte die Armut der Legion hinter all ihrer Macht. Ein Heer, das Wissen nur bewachte, um andere davon fernzuhalten, konnte ganze Welten erobern und dennoch nichts aus den Geschichten lernen, die unter seinen Stiefeln lagen.