Der Weg nach Der Steinerne Kern
Im Herzen Tiefenheims führte der Steinerne Kern zum Tempel der Erde und damit zu jenem Weltpfeiler, dessen Bruch Azeroth zu zerreißen drohte. Todesschwinges Schattenhammer besetzte die Gänge, während versklavte Kreaturen Elementium für seine Rüstung geborgen hatten. Zwischen lebendem Fels und schwebenden Abgründen kämpfte deshalb nicht nur eine kleine Gruppe um einen Durchgang, sondern eine ganze Welt um ihr tragendes Fundament. In Corborus nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Corborus war ein Schleifwurm, dessen Körper Kristall und Fleisch kaum voneinander trennen ließ. Er bewegte sich nicht über die Oberfläche wie ein gewöhnliches Tier, sondern fraß sich durch Fels. Tiefenheim war für ihn kein verschlossenes Gebirge. Es war ein Raum, den er mit Kiefern, Druck und der Geduld uralter Erde öffnen konnte.
Todesschwinges neue Rüstung
Nach früheren Niederlagen brauchte Todesschwinge mehr als seine gewaltigen Schuppen. Goblins und Kultisten befestigten Elementiumplatten an seinem Leib, damit die Macht in seinem zerrissenen Körper ihn nicht auseinandertrieb. Für diese Beschläge waren ungeheure Mengen Erz nötig, und Corborus besaß genau die Kraft, es aus Tiefenheims härtesten Schichten zu brechen.
Der Drachenaspekt zwang den Schleifwurm in seinen Dienst. Corborus grub nicht für Nahrung oder einen eigenen Bau, sondern für die Rüstung seines Herrn. Jeder Tunnel und jeder freigelegte Kristall half Todesschwinge, sich auf jenen Ausbruch vorzubereiten, der später Meere verschob, Länder zerriss und den Himmel über Azeroth in Brand setzte.
Als Todesschwinge Tiefenheim verließ, brach auch die unmittelbare Fessel um Corborus. Doch Jahre der Gewalt verschwanden nicht mit dem Herrn. Der Wurm raste durch die verlassenen Stollen, als könnte jeder neue Durchbruch den vergangenen Zwang abschütteln. Seine Freiheit hatte keine Richtung außer fort von allem, was ihn festgehalten hatte.
Kristallsplitter im Dunkel
An der Oberfläche schleuderte Corborus Kristallsalven durch die Kammer. Die Splitter bohrten sich in Stein und Körper, während aus ihrem Einschlag weitere kleine Wesen hervorkrochen. Der Berg schien unter ihm nicht still zu bleiben. Alles, was seine Raserei berührte, wurde zu scharfem Nachhall derselben Gefangenschaft.
Immer wieder verschwand Corborus im Fels. Nur Staub, Wellen im Untergrund und plötzlich aufbrechende Tunnel verrieten seine Bahn. Wer stehen blieb, behandelte den Boden wie eine verlässliche Fläche und wurde gerade dafür bestraft. Im Steinernen Kern gehörte selbst das Fundament dem Wurm, der gelernt hatte, dass kein Ort dauerhaft Schutz bot.
Der erste Wächter ohne eigenen Auftrag
Corborus verteidigte den Zugang nicht aus Treue zum Schattenhammer. Er war ein Opfer, dessen zerstörte Ruhe zur neuen Gefahr geworden war. Sein Fall öffnete den Weg tiefer in den Kern, doch er hinterließ eine unbequeme Wahrheit: Todesschwinges Krieg bestand nicht nur aus überzeugten Dienern. Manche seiner Wächter waren Wesen, die nach ihrer Befreiung nur noch wussten, wie man alles ringsum zerbrach.