Der Weg nach Maraudon
Maraudon ist Grabmal, Heiligtum und Wunde zugleich. Unter Desolace ruht Zaetar, der Sohn Cenarius', den seine eigenen Zentaurenkinder erschlugen. Prinzessin Theradras hielt den Geist ihres Geliebten bei sich, während dessen Lebensessenz in den tieferen Höhlen eine erstaunlich schöne Natur nährte. Darüber breiteten sich Gift, Satyrn und verdorbene Elementare aus. Jeder Bewohner Maraudons steht deshalb zwischen zwei Wahrheiten: Der Ort schenkt Leben, und derselbe Ort hält einen Toten seit Jahrhunderten fest. In Celebras der Verfluchte erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Celebras war ein Hüter des Hains und Sohn des Remulos, eines Sohnes von Cenarius. Zaetar war sein Onkel. Als er erfuhr, dass die Zentauren ihren eigenen Vater erschlagen und Theradras dessen Geist in Maraudon festgehalten hatte, konnte er die Geschichte nicht als fernes Familiendrama betrachten. Die Gefangenschaft berührte sein eigenes Haus, und jeder weitere Tag im Grabmal verlängerte einen Schmerz, den schon sein Vater getragen hatte.
Der Eid, Zaetar zu befreien
Mit Dryadenschwestern stieg Celebras in die Höhlen hinab. Er wollte den Geist seines Onkels lösen und den Ort von der Macht Theradras' reinigen. Mut und edle Absicht bereiteten ihn jedoch nicht auf Maraudons Verderbnis vor. Die Gifte und dunklen Energien drangen nicht nur in Pflanzen und Wasser. Sie fanden den Zorn in seinem Herzen, vergrößerten ihn und nahmen ihm schließlich die Fähigkeit, zwischen Auftrag und Feind zu unterscheiden.
Celebras wurde zu einem Wächter jener Macht, die er hatte brechen wollen. Verdorbene Naturgeister folgten ihm, Wurzeln hielten Besucher fest, und eine verdrehte Form der Ruhe lähmte jeden, der sich näherte. Darin lag die besondere Grausamkeit seines Fluchs: Seine druidischen Gaben verschwanden nicht. Sie dienten nun dem Gefängnis seines Onkels und richteten sich gegen mögliche Befreier.
Erlösung ohne erfüllten Auftrag
Als Abenteurer seine verfluchte Gestalt bezwangen, erschien Celebras erlöst. Er konnte wieder sprechen, über Zaetar erzählen und aus den zerbrochenen Teilen sein Zepter erneuern. Doch Befreiung war nicht dasselbe wie Erfolg. Er gestand, seine Aufgabe nicht erfüllt zu haben, und trug diese Trauer selbst in der wiedergewonnenen Klarheit. Erst der weitere Weg zu Theradras konnte vollenden, wofür er Maraudon betreten hatte. Celebras' Geschichte endet deshalb nicht mit einem Sieg über ihn, sondern mit der Rückkehr eines Zeugen, der die Vergangenheit erklärt und andere bittet, den Weg zu Ende zu gehen.