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Brutverderber Ovi'nax
Bosse

Brutverderber Ovi'nax

Ovi'nax leitete Ansureks Experimente an der nerubischen Brut. Mit Schwarzem Blut, Injektionen und beschleunigter Mutation sollte er nicht einzelne Soldaten, sondern kommende Generationen für die Königin formen.

Die Brut als Rohstoff

Tief im Palast bewachte Ovi'nax keine Schatzkammer, sondern die Zukunft des nerubischen Volkes. In seinen Hallen lagen Eier und junge Brut, an denen er die Wirkung des Schwarzen Blutes erprobte. Ansureks Herrschaft wollte nicht darauf warten, dass sich ihr Volk langsam veränderte. Ovi'nax sollte Evolution planbar machen: gewünschte Eigenschaften verstärken, neue Körper hervorbringen und jede Generation enger an die Bedürfnisse des Throns binden.

Der Titel Brutverderber beschreibt deshalb mehr als Grausamkeit. Ovi'nax griff in jenen Teil einer Gesellschaft ein, der normalerweise außerhalb unmittelbarer Politik liegt. Noch bevor ein junger Neruber eine Entscheidung treffen konnte, bestimmte das Labor, welche Gestalt er tragen und welchem Zweck er dienen sollte. Spinnen, Würmer und Parasiten waren keine zufälligen Nebenprodukte, sondern unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Welche Form konnte Ansureks Krieg am besten fortsetzen?

Das Schwarze Blut im Labor

Ovi'nax arbeitete mit Dosierungen, Injektionen und künstlich beschleunigtem Wachstum. Das Schwarze Blut brachte dabei keine verlässliche Verbesserung hervor. Es erzeugte unbeständige Mutationen, übergroße Glieder und parasitäres Leben, das sich nur schwer kontrollieren ließ. Trotzdem setzte der Hof die Versuche fort. Jeder überlebende Schrecken galt als Fortschritt, während die misslungene Brut in den Kammern eingeschlossen blieb.

Als die Angreifer diese Bereiche erreichten, mussten sie nicht nur Ovi'nax bezwingen. Die beschädigten Eier öffneten sich, und die Ergebnisse seiner Arbeit drangen in den Raum. Damit fiel die sorgfältig bewahrte Trennung zwischen Forscher und Versuch. Ovi'nax wurde von den Kreaturen umgeben, die er hervorgebracht hatte, und musste inmitten jener unkontrollierbaren Entwicklung kämpfen, die Ansureks Hof zu beherrschen vorgab.

Die Zukunft, die Ansurek plante

Für die Königin war das Labor von zentraler Bedeutung. Einzelne aufgestiegene Höflinge konnten sterben, wie Sikran und Rasha'nan gezeigt hatten. Eine veränderte Brut hätte ihre Ordnung jedoch dauerhaft gemacht. Wenn jede neue Generation mit den Kräften des Schwarzen Blutes geboren würde, hätte Azj-Kahet irgendwann keine Erinnerung an eine Zeit vor Ansureks Erhebung mehr besessen.

Ovi'nax arbeitete damit an einer Form von Herrschaft, die tiefer reichte als Gesetze oder Soldaten. Er sollte den Unterschied zwischen Volk und Armee aufheben. Die Durchtrennten Fäden kämpften in seinen Kammern deshalb auch um das Recht der Neruber, ihre Zukunft nicht bereits im Ei an den Thron zu verlieren. Die Zerstörung des Labors nahm Ansurek die Möglichkeit, ihre Ideologie einfach in die nächste Generation weiterzugeben.

Der Zorn der Königin

Nach Ovi'nax' Niederlage war Ansurek außer sich. Die Angreifer hatten nicht nur einen Diener getötet, sondern jahrelange Experimente vernichtet. Vollstrecker Nizrek erkannte darin eine Gelegenheit: Je mehr der Hof verlor, desto weniger konnte die Königin ihre Angst und ihr Misstrauen verbergen. Die Verwüstung zwang sie, selbst auf die Krise zu reagieren, statt ihre Gegner weiterhin durch Wächter aufzuhalten.

Ovi'nax hinterließ kein stabiles Erbe. Seine Brut starb, entkam oder wurde in den zerstörten Kammern zurückgelassen. Doch die Vorstellung einer erzwungenen Evolution blieb bis zu Ansureks eigener Verwandlung bestehen. Sein Fall markierte den Moment, in dem das Versprechen der Königin seinen wissenschaftlichen Anschein verlor. Hinter den Worten von Aufstieg und Zukunft lagen aufgebrochene Eier, verdorbene Körper und ein Volk, dessen Kinder zu Versuchsreihen geworden waren.