Eine Armee im tiefsten Gewölbe
Im Kern des Mogu'shangewölbes standen Reihen von Terrakottasoldaten. Sie waren nicht als Grabbeigaben gedacht, die nur an vergangene Macht erinnern sollten. Waffen, Rüstungen und titanische Mechanismen hielten sie für einen Befehl bereit. Jahrhunderte vergingen, doch die Armee wartete weiter auf den Krieg ihres Kaisers.
Der Donnerkönig wollte ein Reich, das nicht vom schwankenden Willen sterblicher Untertanen abhing. Konstrukte kannten keinen Zweifel, keine Nachfolgekrise und keine Erinnerung an ein Leben außerhalb des Dienstes. Der Wille des Kaisers war deshalb mehr als der Name einer Verteidigung. Er bezeichnete eine Herrschaft, die sich in Stein und Maschine verewigen wollte.
Jan-xi und Qin-xi
Die größten Konstrukte der Kammer waren Jan-xi und Qin-xi. Sie teilten ihre Aufgabe und bewegten sich mit einstudierten, verheerenden Schlagfolgen. Um sie herum erwachten kleinere Einheiten, die unterschiedliche Rollen übernahmen. Die Kammer kämpfte wie eine Armee, obwohl keiner ihrer Soldaten einen eigenen Grund für diesen Krieg besaß.
Gas, Leitungen und Energieströme verrieten, dass die Anlage auf titanischer Technik beruhte. Die Mogu hatten diese Macht nicht aus dem Nichts geschaffen. Sie hatten sie gefunden, angepasst und mit dem Namen des Kaisers versehen. Dadurch erschien geliehene Ordnung als persönliche Größe Lei Shens. Die Konstrukte schützten zugleich das Gewölbe und diese Erzählung.
Wenn der Befehl endet
Mit der Zerstörung von Jan-xi und Qin-xi brach die letzte Verteidigung zusammen. Die Soldaten hatten ihren Jahrtausende erwarteten Krieg erhalten und verloren. Zurück blieb eine Halle, in der der Wille eines toten Herrschers länger bestanden hatte als sein Reich. Der Sieg zeigte, dass Dauer nicht dasselbe wie Leben ist: Die Armee war unermüdlich, aber unfähig, ihren Auftrag je selbst zu prüfen.