Der Weg nach Hallen der Blitze
Die Hallen der Blitze waren Lokens Sitz in den Sturmgipfeln und das militärische Herz seiner Herrschaft. Eisenlegionen bewachten die Wege, Schmieden lieferten neue Körper für den Krieg und selbst der Blitz hatte dem gefallenen Hüter Treue geschworen. Wer bis zum inneren Heiligtum vordrang, folgte den Spuren einer Schuld, die längst ganze Heere und schließlich Azeroths Schicksal an sich gebunden hatte. In Volkhan erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Volkhan war kein urwüchsiger Riese, der zufällig in den Hallen Zuflucht suchte. Loken hatte ihn geschaffen. Feuer, Metall und der Wille seines Schöpfers bestimmten seine frühe Aufgabe. Wo andere Titanengeschmiedete Azeroths Ordnung schützen sollten, lernte Volkhan von Beginn an eine Ordnung kennen, die sich um Lokens persönliche Herrschaft drehte.
Gemeinsam mit dem Feuerriesen Ignis blickte Volkhan auf die Sturmgipfel und sah ein Land, das erobert werden konnte. Den beiden fehlte zunächst eine Armee. Sie fanden sie im kriegerischen Winterskornklan der Vrykul, brachen dessen Widerstand und entfachten anschließend den alten Stolz des Klans zu einem Feldzug gegen andere Titanengeschmiedete.
Schmieden für den Winterskornkrieg
Volkhan und Ignis fertigten Waffen und Rüstungen, die eigens gegen Irdene und ihre Verbündeten gedacht waren. Ihre Arbeit gab der Wut des Klans Form, Schneide und Schutz. Als der Fluch des Fleisches die Vrykul erfasste, betrachteten die Riesen die Veränderung nicht als Grund, den Krieg zu beenden. Sie suchten Material, das weniger verwundbar erschien.
Aus geschmolzenem Gestein und Eisen formten die Feuerriesen eigene Konstrukte. Mit dieser verstärkten Streitmacht fielen sie über die unterirdischen Siedlungen der gutmütigen Irdenen her. Ganze Höhlen wurden ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden trugen die Nachricht zu Tyr, Archaedas und Ironaya und machten aus Volkhans Eroberungszug einen weiteren Beweis dafür, wie weit Lokens Macht bereits gegen die ursprünglichen Beschützer Azeroths arbeitete.
Jahrtausende später stand Volkhan noch immer an seiner Schmiede. Während des Kampfes schlug er neue geschmolzene Golems aus dem Amboss. Sobald ihre Körper abkühlten und spröde wurden, konnte sein Schlag sie zerschmettern. Die Explosion der eigenen Schöpfungen verletzte jeden in ihrer Nähe. Für Volkhan war ein Soldat selbst im Zerbrechen noch verwertbare Munition.
Tempern, abkühlen, vernichten
Der Rhythmus der Begegnung folgte dem Handwerk: erhitzen, formen, abkühlen, brechen. Seine Gegner mussten die Golems voneinander trennen und verhindern, dass ein einziger Schlag zu viele zugleich sprengte. Damit kehrte sich Volkhans Kunst gegen ihn. Wer den Takt der Schmiede verstand, konnte aus einer endlosen Produktionslinie einzelne, beherrschbare Körper machen.
Volkhans Fall beendete einen sehr alten Feldzug. Der Winterskornkrieg lag lange zurück, doch sein Schmied hatte nie aufgehört, dieselbe Antwort zu geben: mehr Waffen, härtere Körper, größere Hitze. In den Hallen zeigte sich die Grenze dieser Antwort. Eine Armee kann jeden Verlust ersetzen und dennoch scheitern, wenn ihr Schöpfer nichts anderes zu erschaffen weiß als den nächsten Soldaten.