Der Weg nach Akademie von Algeth'ar
In Thaldraszus hatte die Akademie von Algeth'ar einst junge Drachen aller fünf großen Schwärme gemeinsam ausgebildet. Nach zehntausend Jahren des Schweigens öffnete Direktorin Doragosa ihre Schule wieder. Doch Unterrichtssäle, botanische Labore, Sportplätze und selbst ein altes Simulakrum hatten die lange Abwesenheit ihrer Schüler nicht unversehrt überstanden. In Vexamus nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Professor Maxdormu gehörte zu den erfahrensten Lehrern der Akademie. Als Bronzedrache konnte er Vergangenheit eindringlicher vermitteln als ein gewöhnlicher Chronist: Unter seiner Magie blieb eine Begebenheit nicht zwischen Buchdeckeln, sondern nahm im Unterricht sichtbare Gestalt an. Vexamus war eines seiner liebsten Themen. Das Elementar, dem die Gefährten begegneten, war deshalb vor allem eine beschworene Lehrfigur, keine Grundlage für eine frei erfundene Lebensgeschichte.
Anschaulichkeit bedeutete bei Maxdormu nicht Nachsicht. Wenn Schüler ein geschichtliches Detail falsch wiedergaben oder den Unterricht störten, wies er sie scharf zurecht. In der wiedereröffneten Akademie geriet diese Strenge mit einer Magie zusammen, die nach Jahrtausenden nicht mehr so berechenbar arbeitete wie einst. Eine Lektion, die Wissen vermitteln sollte, begann ihre Zuhörer tatsächlich zu bedrohen.
Ein Elementar aus arkaner Erinnerung
Vexamus erhob sich als verdichtete arkane Macht aus der Erzählung des Professors. Das Wesen sprach nicht wie ein Gelehrter und erklärte keine Jahreszahlen. Es führte seine Geschichte durch Magie vor: Strahlende Kugeln lösten sich aus Maxdormus Buch, schwebten durch den Raum und suchten den Elementarkörper, als wollten einzelne Sätze einer Chronik zu ihrem Mittelpunkt zurückkehren.
Erreichte eine arkane Kugel Vexamus, nahm das Elementar ihre Energie auf und ließ die ganze Gruppe den Zuwachs spüren. Ein Gefährte konnte sich dazwischenstellen, musste dann jedoch selbst die schmerzhafte Ladung tragen. Wer mehrmals kurz hintereinander eine Kugel auffing, wurde von der nächsten umso härter getroffen. Der Kampf verlangte daher nicht bloß Mut, sondern eine Einteilung der Last, wie sie auch gemeinsames Lernen verlangt.
Mit wachsender Kraft kam Vexamus dem Augenblick näher, in dem sein arkaner Körper die gespeicherte Energie nicht mehr halten konnte. Dann brach sie in einer mächtigen Spalte hervor, warf die Gefährten zurück und ließ weitere Risse unter ihren Füßen aufreißen. Maxdormus Unterricht hatte damit seinen vernünftigen Rahmen verlassen. Die Veranschaulichung der Vergangenheit begann, den gegenwärtigen Saal neu zu zeichnen.
Bomben aus verdorbenem Mana
Vexamus lud mehrere Gegner mit explosivem Mana auf. Als die Ladungen platzten, blieben Flächen zurück, in denen sich die arkane Kraft verdorben und zäh sammelte. Jeder unbedachte Schritt verkleinerte den nutzbaren Raum für die nächste Kugel und die nächste Entladung. Die Gefährten mussten die Folgen ihrer Bewegungen mitdenken, weil ein Fehler nicht verschwand, sobald der Zauber endete.
Die Gruppe verteilte die Kugeln, legte die Manabomben fern der notwendigen Wege ab und wich der arkanen Ausstoßung vor Vexamus aus. Damit bestand sie keine Prüfung, die Maxdormu in ruhigen Zeiten geplant hätte. Sie bewies vielmehr, dass sich Wissen nicht im starren Nachsprechen erschöpft. Als die Vorführung außer Kontrolle geriet, mussten die Schüler verstehen, was geschah, und gemeinsam eine neue Antwort finden.
Eine Warnung für die wiedereröffnete Schule
Nach Vexamus blieb die Akademie bestehen, doch die Begegnung zeigte, wie wenig sich ihre Vergangenheit einfach wieder einschalten ließ. Alte Zauber, Lehrmethoden und Erwartungen mussten geprüft werden, bevor eine neue Generation ihnen anvertraut werden konnte. Maxdormus Lektion war am Ende lehrreich, nur anders als beabsichtigt: Erinnerung wird gefährlich, wenn man sie lebendig macht, ohne Raum für Veränderung zu lassen.