Der Weg nach Uldaman
Uldaman war Werkstatt, Zuflucht und Gedächtnis der Titanengeschmiedeten. Archaedas und Ironaya brachten die Scheiben von Norgannon dorthin, nachdem Tyr für ihre Flucht vor Lokens Häschern gestorben war. Irdene baten aus Furcht vor dem Fluch des Fleisches um einen langen Schlaf, Mechagnome hielten Wache, und Jahrtausende legten Staub über einen Auftrag, der nie widerrufen wurde. Als Zwerge, Troggs und Dunkeleisenzwerge die Hallen öffneten, trafen lebende Nachfahren auf Konstrukte, die noch immer nach den Maßstäben einer vergessenen Ordnung handelten. In Uralter Steinbewahrer erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Uldaman wurde nicht allein von Ironaya und Archaedas betrieben. Eine kleine Gruppe von Golems vermittelte zwischen den großen Wächtern und den vielen Dienern der Anlage. Der Uralte Steinbewahrer gehörte zu ihnen. Er übersetzte Auftrag in täglichen Ablauf und machte aus titanischer Planung eine Ordnung, die in Korridoren, Kammern und Wartung tatsächlich funktionieren konnte.
Jahrtausende reduzierten die Gruppe, bis nur noch wenige Spuren ihrer Arbeit blieben. Der Obsidianwächter war durch eine unbekannte Macht verändert worden. Damit blieb der Uralte Steinbewahrer als letzter unverfälschter Vertreter seiner Funktion zurück. Niemand gab ihm neue Gefährten, und kein Vorgesetzter kehrte zurück, um seine Last neu zu verteilen.
Pflicht ohne Hoffnung
Der Wächter beschützte Uldamans Geheimnisse so gut er konnte und rief Sandstürme gegen Eindringlinge. Er besaß keinen überlieferten Plan für eine erneuerte Anlage. Sein Dienst zielte nur darauf, den nächsten Ausfall hinauszuschieben. Gerade darin lag eine stille Tragik: Ein Konstrukt konnte den unvermeidlichen Stillstand erkennen und dennoch keine andere Handlung als Pflicht wählen.
Seine Niederlage war kein politischer Sieg über einen Tyrannen. Sie schaltete einen der letzten funktionierenden Vermittler des alten Uldaman aus. Für die Forscher öffnete sich der Weg zu tieferen Erkenntnissen; für das Gewölbe brach eine weitere Verbindung seiner ursprünglichen Ordnung. Der Steinbewahrer bewahrte Geschichte, indem er jeden Zugang verweigerte, und verlor sie schließlich an jene, die sie nur durch seinen Untergang lesen konnten.