Der Weg nach Der Angriff der Nokhud
Balakar Khan führte den Klan Nokhud in einen Krieg gegen die übrigen Maruukzentauren und verband seinen Anspruch auf alte Größe mit der verbotenen Sturmmagie der Primalisten. Seine Offensive zog sich über die Ebenen von Ohn'ahra: Ein Protodrache griff die Shikaar an, ein verdichteter Gewittersturm wuchs außer Kontrolle, Nekromanten rissen die Ahnen aus ihren Gräbern und im Zentrum hielt Balakar die gefangene Windmutter Ohn'ahra fest. In Teera und Maruuk nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Teera galt als erste Matriarchin der Zentauren, Maruuk als ihr größter Krieger. Ihre Namen standen nicht bloß für zwei Menschen der Vergangenheit. Sie verkörperten Führung und Stärke in der Gründungsgeschichte eines Volkes, das sich auf den Ebenen eine neue Heimat geschaffen hatte. In den Ewigen Kurganen sollten ihre Geister ruhen und den Lebenden als Erinnerung dienen, nicht als Soldaten eines späteren Bürgerkriegs.
Balakars Verbündete suchten Macht selbst in den Gräbern. Grabesherr Monkh ließ vier Seelenernter ein Ritual vollziehen und zerrte die Geister aus ihren Hügeln. Die Tat war nicht nur Nekromantie, sondern ein Angriff auf die Deutung der Geschichte. Wenn Teera und Maruuk für die Nokhud kämpften, konnte Balakar behaupten, selbst die größten Ahnen stünden hinter seiner Vorstellung alter Stärke.
Die Beschworenen töten den Beschwörer
Als das Ritual vollendet war, gehorchten die Ahnen nicht dankbar. Teera und Maruuk erschienen aus dem Kurgan und töteten Monkh, der geglaubt hatte, ihre Namen in seinen Dienst stellen zu können. Damit verweigerten sie dem Nekromanten die einfache Lüge. Doch Freiheit kehrte nicht sofort zurück. Der gewaltsame Ruf hatte Zorn in ihnen hinterlassen, und jeder Lebende in ihrer Nähe wurde zum Ziel.
Teera führte den Bogen mit der Sicherheit einer Matriarchin, die Schutz und Urteil miteinander verband. Ihre schnellen Schüsse fanden entfernte Ziele, während ein gewaltiger Windpfeil Tornados über das Feld schickte. Sie konnte Gegner von Maruuk fortstoßen und den Abstand zwischen beiden bestimmen. Der Wind war bei ihr nicht bloß Geschoss, sondern die Hand, mit der sie das Schlachtfeld ordnete.
Maruuk trat den Gefährten mit unmittelbarer Gewalt entgegen. Er brüllte Furcht in die Nähe, zerschlug sein Ziel mit wiederholten Hieben und ließ die Erde in einer breiten Linie aufbrechen. Wo Teera Raum schuf, füllte Maruuk ihn mit Druck. Seine Stärke wirkte nicht wie blinde Raserei. Sie war die Erinnerung an einen Krieger, dessen Aufgabe einst darin bestanden hatte, neben der ersten Matriarchin zu stehen.
Das Band der Ahnen
Entfernten sich Teera und Maruuk zu weit voneinander, wurden beide mit jedem Augenblick gefährlicher. Ihr Ahnenband verlangte Nähe, obwohl ihre Fähigkeiten die Gegner fortwährend auseinandertrieben. Die Gruppe musste den Krieger bei der Bogenschützin halten, ohne in denselben Angriffen zu stehen. So wurde ihre alte Verbindung zur wichtigsten Regel eines Kampfes, den niemand von beiden freiwillig begonnen hatte.
Die Gefährten konnten die Beschwörung nicht rückgängig machen und die Ahnen nicht mit Worten in den Schlaf bitten. Sie mussten den Zorn überstehen, der Teera und Maruuk an die Gegenwart band. Dabei kämpften sie nicht gegen Verräter ihres Volkes. Sie halfen zwei missbrauchten Geistern, die Gewalt des Rituals aus sich herauszutragen, bis keine Kraft mehr blieb, die sie im Grablosen hielt.
Ewiger Frieden
Nach ihrer Niederlage konnten Teera und Maruuk in die Ruhe der Kurgane zurückkehren. Balakars Versuch, die Vergangenheit für seinen Krieg sprechen zu lassen, war gescheitert. Die Ahnen hatten weder ihn gewählt noch seine Feinde verurteilt. Sie hinterließen den Lebenden damit eine schwerere Aufgabe: Die Zukunft der Maruuk musste ohne ein erzwungenes Urteil der Toten entschieden werden.